Zahnpasta: welche Inhaltsstoffe wirklich zählen
Zahnpasta wird täglich zweimal benutzt und selten gelesen. Dabei entscheidet die Inhaltsstoffliste darüber, ob sie ihren einzigen wirklich wichtigen Job erledigt.
Der eine Stoff, auf den es ankommt
Fluorid ist der am besten belegte Wirkstoff der Zahnmedizin. Er härtet den Schmelz, fördert die Wiedereinlagerung von Mineralien und hemmt Bakterien. Eine Zahnpasta ohne Fluorid ist in dieser Hinsicht wirkungslos, egal wie hochwertig sie sonst zusammengesetzt ist.
Als Orientierung gelten für Erwachsene 1.000 bis 1.500 ppm Fluorid; die Angabe steht auf der Tube. Für Kinder gelten altersabhängig niedrigere Werte und kleinere Mengen — dazu geben Zahnarztpraxis und die aktuellen Empfehlungen Auskunft.
Hydroxylapatit wird als fluoridfreie Alternative beworben. Es gibt dazu Studien mit positiven Ergebnissen, die Datenlage ist der von Fluorid aber deutlich unterlegen.
Worauf man achten kann
- RDA-Wert. Er beschreibt die Abrasivität, also wie stark die Paste schmirgelt. Werte bis etwa 50 gelten als niedrig, bis 70 als mittel. Wer freiliegende Zahnhälse oder Erosionen hat, fährt mit niedrigen Werten besser.
- Weißmacher-Pasten. Sie hellen nicht auf, sondern entfernen Verfärbungen mechanisch — oft über einen hohen RDA-Wert. Dauerhafte Anwendung kann Substanz kosten.
- SLS (Natriumlaurylsulfat). Ein Schäumer. Für die Reinigung unnötig; bei Menschen mit wiederkehrenden Aphthen kann der Verzicht die Häufigkeit senken.
- Titandioxid. Nur als Weißpigment enthalten, also rein kosmetisch. In Lebensmitteln ist es in der EU nicht mehr zugelassen; in Zahnpasta ist es weiterhin erlaubt, aber verzichtbar.
- Triclosan. In Zahnpasta praktisch verschwunden und aus Resistenzgründen auch nicht wünschenswert.
- Mikroplastik. Früher als Putzkörper eingesetzt, in der EU inzwischen weitgehend verboten. In der Liste erkennbar an Bezeichnungen wie Polyethylen.
Was mehr bringt als die Marke
Die Technik schlägt das Produkt. Zweimal täglich zwei Minuten, dazu einmal täglich die Zahnzwischenräume mit Bürstchen oder Seide — das ist der Teil, an dem Karies und Parodontitis tatsächlich entstehen und den keine Paste ersetzt.
Ein Detail mit großer Wirkung: Nach dem Putzen nicht ausgiebig ausspülen, sondern nur ausspucken. Wer den Schaum wegspült, entfernt das Fluorid, bevor es wirken kann. Und nach säurehaltigen Speisen etwa eine halbe Stunde warten, weil der Schmelz kurzzeitig aufgeweicht ist.
Dieser Text informiert allgemein und ersetzt keine zahnärztliche Beratung.
