Nasenspülung richtig anwenden
Die Nasenspülung gehört zu den wenigen Hausmitteln bei Erkältung und Heuschnupfen, für die es brauchbare Studien gibt. Sie wirkt mechanisch: Sekret, Krankheitserreger und Pollen werden ausgespült, die Schleimhaut wird befeuchtet.
Die richtige Lösung
Reines Wasser brennt, weil es gegenüber dem Gewebe hypoton ist. Gebraucht wird eine isotone Kochsalzlösung mit etwa 0,9 Prozent — das entspricht rund neun Gramm Salz auf einen Liter Wasser, also knapp einem gestrichenen Teelöffel auf einen halben Liter.
Verwendet wird Salz ohne Jod, ohne Fluorid und ohne Rieselhilfen; im Handel gibt es fertige Portionsbeutel. Das Wasser sollte körperwarm sein, etwa 32 bis 37 Grad. Bei hypertonen Lösungen mit höherem Salzgehalt ist die abschwellende Wirkung stärker, das Brennen aber auch.
Wichtig: die Wasserqualität
Dieser Punkt wird in vielen Anleitungen übergangen. In Deutschland ist Leitungswasser in Trinkwasserqualität für die Nasenspülung in aller Regel unbedenklich. Wer auf Nummer sicher gehen möchte oder eine geschwächte Immunabwehr hat, kocht das Wasser ab und lässt es auf Anwendungstemperatur abkühlen.
Nicht verwendet werden sollte Wasser unklarer Herkunft, etwa aus Brunnen oder im Urlaub aus unsicherer Leitung — in seltenen, aber dokumentierten Fällen sind darin enthaltene Amöben über die Nase in das Gehirn gelangt.
So wird gespült
- Über das Waschbecken beugen, Kopf leicht zur Seite neigen, Mund geöffnet lassen und durch den Mund atmen.
- Die Kanne an das obere Nasenloch setzen; die Lösung läuft durch und tritt am anderen Nasenloch wieder aus.
- Seite wechseln, danach vorsichtig schnauben — beide Nasenlöcher offen, nicht eines zuhalten.
- Das Gerät nach jeder Anwendung ausspulen und vollständig trocknen lassen. Feuchte Kannen sind ein Keimreservoir.
Wann sie hilft und wann nicht
Belegt ist der Nutzen bei chronischer Rhinosinusitis und bei allergischem Schnupfen; dort kann sie den Bedarf an Medikamenten senken. Bei akuten Erkältungen verkürzt sie den Verlauf nicht messbar, viele empfinden die Beschwerden aber als erträglicher.
Nicht gespült wird bei komplett verstopfter Nase — dann steht die Flüssigkeit unter Druck und kann in die Ohrtrompete gelangen. Auch nach Operationen im Nasenbereich und bei häufigem Nasenbluten gehört die Anwendung ärztlich abgeklärt.
Ein häufiger Fehler ist die Dauernutzung ohne Anlass. Über Monate täglich gespült, können die schützenden Bestandteile des Nasensekrets ausgedünnt werden. In der Erkältungs- oder Pollenzeit ist tägliche Anwendung sinnvoll, ganzjährig eher nicht.
Dieser Text informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche Beratung.
