Peeling selber machen: Rezepte, die der Haut nicht schaden

Peeling selber machen ist eine der wenigen Kosmetik-Bastelein, bei denen das Ergebnis dem gekauften Produkt wirklich nahekommt — vorausgesetzt, man kennt den entscheidenden Unterschied zwischen Gesicht und Körper. Die meisten Rezepte aus dem Netz ignorieren ihn.

Warum Zucker und Salz nicht ins Gesicht gehören

Die klassischen Küchenzutaten haben scharfkantige, unregelmäßige Kristalle. Auf der robusten Haut an Ellenbogen, Knien oder Füßen ist das unproblematisch. Die Gesichtshaut ist deutlich dünner; dort erzeugen dieselben Kristalle feine Mikroverletzungen, durch die die Hautbarriere Schaden nimmt.

Das Ergebnis fühlt sich kurzfristig glatt an und rächt sich mittelfristig mit Rötungen, Spannungsgefühl und erhöhter Empfindlichkeit. Wer im Gesicht mechanisch peelen möchte, nimmt fein gemahlene Haferflocken, Reismehl oder gemahlene Mandeln — rund und weich statt kantig.

Drei Rezepte, die funktionieren

Körperpeeling mit Kaffeesatz

Vier Esslöffel abgekühlten Kaffeesatz mit zwei Esslöffeln Öl mischen — Oliven-, Mandel- oder Kokosöl. Auf der feuchten Haut unter der Dusche in kreisenden Bewegungen einmassieren, dann abspülen. Kaffeesatz fällt ohnehin an und hat eine angenehm mittelgrobe Struktur.

Ein praktischer Hinweis: Ölhaltige Peelings in der Dusche machen die Wanne rutschig und können den Abfluss zusetzen. Reste besser nicht komplett hinunterspulen.

Sanftes Gesichtspeeling mit Haferflocken

Zwei Esslöffel Haferflocken fein mahlen und mit ebenso viel Naturjoghurt oder Honig zu einer Paste anrühren. Eine Minute sanft einmassieren, fünf Minuten einwirken lassen, mit lauwarmem Wasser abspülen. Hafer enthält Beta-Glucane und wirkt beruhigend — das Rezept eignet sich auch für empfindliche Haut.

Lippenpeeling

Ein Teelöffel Zucker mit einem halben Teelöffel Honig verrühren, mit dem Finger kurz über die Lippen rollen, abspülen, anschließend Pflege auftragen. Hier ist Zucker ausnahmsweise richtig, weil er sich beim Kontakt mit Feuchtigkeit auflöst und die Lippenhaut keine Talgdrüsen hat.

Wie oft, und was danach

Ein- bis zweimal pro Woche reicht für den Körper, im Gesicht eher einmal. Häufigeres Peelen ist der klassische Anfängerfehler: Die Haut wird nicht reiner, sondern gereizt, und bei unreiner Haut kann sich das Bild dadurch verschlechtern.

Nach dem Peeling gehört Feuchtigkeit auf die Haut. Und für die nächsten Tage: Sonnenschutz. Frisch gepeelte Haut ist lichtempfindlicher, das gilt für mechanische wie für Säurepeelings.

Wann man die Finger davon lässt

  • Bei entzündeter Akne, offenen Stellen, Sonnenbrand oder akuten Ekzemen — mechanisches Peelen verteilt Bakterien und verschlimmert die Entzündung.
  • Bei Rosazea und Couperose. Reibung und Durchblutungsreiz sind hier genau das Falsche.
  • Bei laufender Behandlung mit Retinoiden oder Säuren. Die Haut wird dadurch bereits erneuert; zusätzliches Peelen führt schnell zur Überpflegung.
  • Mit Zitronensaft. Er taucht in vielen Rezepten auf, ist aber stark sauer und phototoxisch — in Verbindung mit Sonne drohen Pigmentflecken.

Der Nebeneffekt: kein Mikroplastik

Selbst gemachte Peelings kommen ohne Kunststoffpartikel aus. In der EU sind bewusst zugesetzte Mikroplastikpartikel in Kosmetik inzwischen weitgehend verboten, doch Altbestände und Importware gibt es weiterhin. Wer im Handel kauft, findet die Partikel in der Inhaltsstoffliste unter Bezeichnungen wie Polyethylen oder Polypropylen.

Und weil selbst gemachte Rezepte keine Konservierungsstoffe enthalten: Nur so viel anrühren, wie für eine Anwendung gebraucht wird. Mischungen mit Joghurt oder frischen Zutaten gehören nicht in den Vorratsbehälter.

Ähnliche Beiträge