Seit wann gibt es PalÀstina nicht mehr
Wussten Sie, dass 145 von 193 UN-Mitgliedstaaten den Staat PalĂ€stina anerkennen (Stand: 29. Mai 2024)? Trotz dieser anerkennenden Mehrheit stellt sich die Frage: Seit wann gilt PalĂ€stina denn als nicht mehr existent? Die Antwort auf diese Frage fĂŒhrt uns tief in die Geschichte der Region und beleuchtet die komplexen politischen und historischen Entwicklungen.
Die Geschichte PalĂ€stinas ist sowohl reich an kulturellen als auch an politischen Wendungen. Von der Ăra des britischen Mandats ĂŒber den UN-Teilungsplan von 1947 bis hin zur UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung von 1988 â all diese Ereignisse haben die IdentitĂ€t und die internationale Anerkennung PalĂ€stinas nachhaltig geprĂ€gt. Ein genauer Blick auf die Meilensteine in der PalĂ€stina Geschichte ist notwendig, um die moderne politische Landschaft und die aktuelle Anerkennung PalĂ€stinas besser zu verstehen.
Hauptpunkte
- đ 145 von 193 UN-Mitgliedstaaten erkennen den Staat PalĂ€stina an (Stand: 29. Mai 2024).
- đ Der jĂŒdische Bevölkerungsanteil in PalĂ€stina stieg bis 1945 auf rund 30 Prozent.
- đșïž Der UN-Teilungsplan von 1947 sah eine Aufteilung PalĂ€stinas in zwei Staaten vor.
- đ Am 15. November 1988 rief die PLO den Staat PalĂ€stina aus.
- đ€ Der Status der PalĂ€stinensischen Autonomiebehörde wird nicht von Deutschland als Staat anerkannt, aber es bestehen diplomatische Beziehungen.
Historischer Ursprung des Namens PalÀstina
Der Begriff „PalĂ€stina“ taucht erstmals im 12. Jahrhundert v. Chr. auf und hat seitdem eine lange und komplexe Geschichte. Im 5. Jahrhundert v. Chr. bezeichnete der griechische Historiker Herodot das Gebiet als „palĂ€stinisches Syrien“. WĂ€hrend dieser Zeit war das Gebiet unter verschiedenen Reichen und Dynastien verwaltet, bis hin zur Umbenennung durch den römischen Kaiser Hadrian im Jahr 135 n. Chr. in „Syria Palaestina“.
Bis ins 2. Jahrhundert n. Chr. wurde das Gebiet ausschlieĂlich als „JudĂ€a“ bezeichnet. Schon damals fand der Begriff „PalĂ€stina“ eine zunehmende Verwendung und symbolisierte eine historische Verbindung zum biblischen Israel. Der Verlust der EigenstĂ€ndigkeit markierte einen bedeutenden Einschnitt und prĂ€gt die Wahrnehmung des historischen PalĂ€stina bis heute.
Im Lauf der Jahrhunderte kamen weitere historische Ereignisse hinzu, die die Region PalĂ€stina Verlust erleben lieĂ. Beispielsweise fĂŒhrte der JĂŒdische Krieg (66-70 n. Chr.) zur Zerstörung des Tempels in Jerusalem. Der Bar-Kochba-Aufstand (132-135 n. Chr.) und die darauffolgende Umbenennung der Region spielten ebenfalls eine zentrale Rolle. Die islamische Eroberung PalĂ€stinas zwischen 632 und 640 n. Chr. Ă€nderte die Verwaltung und das Leben in der Region erheblich.
Die historische Bedeutung PalĂ€stinas zeigt sich auch in den Entwicklungen im 20. Jahrhundert. Das britische Mandat fĂŒr PalĂ€stina, das am 24. Juli 1922 erklĂ€rt wurde, inkludierte auch das heutige Jordanien. WĂ€hrend der Mandatszeit bis 1948 wurde jede Person mit palĂ€stinensischer StaatsbĂŒrgerschaft als PalĂ€stinenser bezeichnet, unabhĂ€ngig von ethnischer Zugehörigkeit. Diese Periode fĂŒhrte zu einem weiteren PalĂ€stina Verlust und legte die Grundlage fĂŒr die komplexen politischen Entwicklungen, die auf die GrĂŒndung des Staates Israel und darĂŒber hinaus folgten. Der Name ‚PalĂ€stina‘ bleibt ein Symbol fĂŒr die tief verwurzelte Geschichte und die fortdauernden politischen Herausforderungen in der Region.
Das britische Mandat und die UN-TeilungsplÀne
Das britische Mandat PalĂ€stina war eine entscheidende Phase in der Geschichte des Nahostkonflikts. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurde das Völkerbundsmandat fĂŒr PalĂ€stina am 19. April 1920 dem Vereinigten Königreich zugesprochen und am 24. Juli 1922 vom Rat des Völkerbundes ratifiziert. UrsprĂŒnglich erstreckte sich das Mandat von 1921 bis 1923 auch auf Transjordanien.
PalĂ€stina war eine vielseitige und ethnisch vielfĂ€ltige Region. Im Oktober 1922 betrug die Bevölkerung insgesamt 757.182 Menschen, davon waren etwa 77,9% Muslime, 11,1% Juden, 9,6% Christen und 0,9% Drusen. Bis 1948 stieg der jĂŒdische Bevölkerungsanteil auf 33% an, bedingt durch die Einwanderung von etwa 100.000 jĂŒdischen Immigranten zwischen 1917 und 1945.
Das britische Mandat PalĂ€stina war jedoch von zahlreichen Konflikten geprĂ€gt. Der Arabische Aufstand von 1936 bis 1939, angefĂŒhrt von Mohammed Amin al-Husseini, fĂŒhrte zu erheblichen Spannungen. Die AufstĂ€nde kosteten etwa 10% der palĂ€stinensischen Bevölkerung das Leben und hinterlieĂen tiefe Spuren in der Region.
Die UN-Teilungsplan 1947, verabschiedet am 29. November 1947, sah eine Aufteilung des Mandatsgebiets in einen jĂŒdischen und einen arabischen Staat vor. Der Plan, bekannt als UN-Resolution 181, wurde von den jĂŒdischen FĂŒhrern weitgehend akzeptiert, wĂ€hrend die arabischen Staaten und die palĂ€stinensischen FĂŒhrer ihn ablehnten. Der israelisch-palĂ€stinensische Konflikt verschĂ€rfte sich weiter, als am 14. Mai 1948 die UnabhĂ€ngigkeit Israels erklĂ€rt wurde. Am selben Tag, dem offiziellen Ende des britischen Mandats, stationierten sich Truppen aus Israel, Ăgypten, Syrien, Jordanien, Irak und Libanon in PalĂ€stina.
Der israelisch-palÀstinensische Konflikt bleibt bis heute ungelöst, und die historischen Ereignisse des britischen Mandat PalÀstina und des UN-Teilungsplan 1947 haben bleibende Auswirkungen auf die Region.
Israel und der PalÀstinakrieg 1948
Der PalĂ€stinakrieg 1948 war eine zentrale Episode im Israel PalĂ€stina Konflikt, deren Auswirkungen bis heute nachwirken. Die jĂŒdische Bevölkerung in PalĂ€stina, die bis 1917 nur etwa 85.000 Menschen ausmachte, wuchs bis Ende 1946 auf etwa 603.000. Zu Beginn des PalĂ€stinakriegs betrug die jĂŒdische Bevölkerung etwa 700.000, wĂ€hrend etwa 1,2 Millionen Araber dort lebten. Der UN-Teilungsplan von 1947 sah vor, dass 67% der Bevölkerung in PalĂ€stina nicht-jĂŒdischen Religionen angehörten, was zu Spannungen und Konflikten fĂŒhrte.
Die militĂ€rischen Auseinandersetzungen begannen unmittelbar nach der UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung Israels am 14. Mai 1948, als fĂŒnf arabische Staaten (Ăgypten, Irak, Libanon, Transjordanien und Syrien) Israel mit insgesamt etwa 55.000 Soldaten angriffen. WĂ€hrend des Krieges wurden etwa 750.000 palĂ€stinensische Araber zu FlĂŒchtlingen, bekannt als die Nakba (Katastrophe). Zeitgleich verlieĂen ebenfalls etwa 750.000 Juden arabische Staaten.
Der Krieg gliedert sich in zwei Hauptphasen. Die erste Phase, der Guerillakrieg im Mandatsgebiet, dauerte vom 30. November 1947 bis zum 15. Mai 1948. Danach folgte die Intervention der arabischen Armeen bis zum 20. Juli 1949. WĂ€hrend dieser Zeit wurden mehrere Waffenstillstandsabkommen von Februar bis Juli 1949 unterzeichnet. Letztlich bleib 75% des ehemaligen Mandatsgebiets bei Israel, wodurch sich das israelische Territorium im Vergleich zum UN-Teilungsplan um ein Drittel vergröĂerte.
Allein die Zahlen verdeutlichen die enormen Verluste und Tragödien dieses Konflikts. Rund 5.000 palĂ€stinensische AufstĂ€ndische starben wĂ€hrend des arabischen Aufstands, 10.000 wurden verwundet, und 5.679 inhaftiert. Diese Verluste sind ein prĂ€gnantes Beispiel fĂŒr die komplexen und oftmals tragischen Facetten des Israel PalĂ€stina Konflikts.
Seit wann gibt es PalÀstina nicht mehr
PalĂ€stina existiert nicht in der Form, wie es sich viele vorstellen, doch es bleibt ein bedeutendes Thema in der internationalen Politik. Historisch betrachtet, geht das Gebiet PalĂ€stinas auf die Zeit des Römischen Reiches zurĂŒck, als Kaiser Hadrian es nach dem Bar-Kochba-Aufstand in Syria Palaestina umbenannte. Im Laufe der Jahrhunderte verloren die PalĂ€stinenser zunehmend an Autonomie, zuletzt unter der britischen Mandatsherrschaft.
Nach dem Ende des britischen Mandats 1948 und der GrĂŒndung Israels folgte der PalĂ€stinakrieg, der zur Besetzung des Gazastreifens und des Westjordanlands fĂŒhrte. Heute sind diese Gebiete die Hauptzonen, in denen PalĂ€stinenser leben und versuchen, PalĂ€stina unabhĂ€ngig zu gestalten. Die Bevölkerung verteilt sich jedoch auch in andere LĂ€nder:
| Region | Anteil der PalÀstinenser |
|---|---|
| Westjordanland und Gazastreifen | 38% |
| Israel | 12% |
| Arabische LĂ€nder | 44% |
| Andere LĂ€nder | 6% |
Das heutige PalĂ€stina umfasst eine FlĂ€che von 6.020 kmÂČ, wobei das Westjordanland 5.655 kmÂČ und der Gazastreifen 365 kmÂČ einnehmen. Im Jahr 2019 lebten knapp 5 Millionen Menschen in diesen Gebieten, was eine hohe Bevölkerungsdichte von rund 780 Einwohnern pro kmÂČ ergibt. Auch wenn PalĂ€stina unabhĂ€ngig in der internationalen Anerkennung vielfach auf Herausforderungen trifft, sprachen sich 147 von 193 UN-Mitgliedstaaten fĂŒr seine SouverĂ€nitĂ€t aus. Ein vollstĂ€ndiger staatlicher Status bleibt jedoch umstritten und bislang von LĂ€ndern wie Deutschland, Ăsterreich und der Schweiz nicht anerkannt.
Die politischen und sozialen RealitĂ€ten der palĂ€stinensischen Bevölkerung und das Streben nach UnabhĂ€ngigkeit haben seit der UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung 1988 und den nachfolgenden Wahlen in den Jahren 1996, 2005 und 2006 zu verschiedenen Entwicklungen gefĂŒhrt. Die jĂŒngsten Raketenangriffe und EntfĂŒhrungen durch Hamas im Oktober 2023 verschĂ€rfen die Lage weiterhin, wobei der Status PalĂ€stinas international kritisch und aufmerksam verfolgt wird.
UnabhÀngigkeitserklÀrung von 1988
Die PalĂ€stina UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung 1988 markiert einen entscheidenden Moment in der Geschichte des Nahen Ostens. Am 15. November 1988 verkĂŒndete die PLO in Algier die UnabhĂ€ngigkeit des Staates PalĂ€stina. Diese ErklĂ€rung war ein symbolischer Akt, der die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft auf die palĂ€stinensische Frage lenkte.
Im Jahr 1988 proklamierte der PalĂ€stinensische Nationalrat den Staat PalĂ€stina und berief sich dabei auf die Gebiete gemÀà der Resolution 181 (II) der Vereinten Nationen, obwohl die PalĂ€stinenser zu diesem Zeitpunkt keine tatsĂ€chliche Kontrolle ĂŒber diese Gebiete hatten. Diese UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung war ein politisches Signal, das die Entschlossenheit des palĂ€stinensischen Volkes unterstrich.
Zu Beginn des Jahres 1989 hatten bereits 65 Staaten den Staat PalĂ€stina offiziell anerkannt. Die Bedeutung dieser Anerkennung wurde durch die Tatsache unterstrichen, dass die TĂŒrkei das einzige NATO-Land war, das den PalĂ€stinenserstaat anerkannte. Diese Anerkennungen stieĂen auf breites internationales Echo. Im Dezember 1988 wurde die PLO bei den Vereinten Nationen offiziell in âPalĂ€stinaâ umbenannt, obwohl der Status unverĂ€ndert blieb.
Die UNO-Vollversammlung anerkannte die PalĂ€stinenser als Volk und Völkerrechtssubjekt, jedoch nicht als souverĂ€nen Staat. Bis 2012 hatten 147 Staaten den Staat PalĂ€stina anerkannt, und im gleichen Jahr wurde PalĂ€stina von der UN-Generalversammlung als ânon-member observer Stateâ anerkannt. Mahmud Abbas beantragte mehrfach die Vollmitgliedschaft bei der UN, zuletzt 2011, aber dieser Antrag scheiterte an den komplexen HĂŒrden des Sicherheitsrats.
Interessanterweise gibt die Montevideo-Konvention vier Kriterien fĂŒr Staatlichkeit vor: eine stĂ€ndige Bevölkerung, ein definiertes Staatsgebiet, eine Regierung und die FĂ€higkeit, in Beziehung mit anderen Staaten zu treten. Der PalĂ€stina UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung 1988 genĂŒgte diesen Kriterien gröĂtenteils, doch die politische RealitĂ€t und die andauernden Konflikte im Nahen Osten machen die Anerkennung als vollwertiger unabhĂ€ngiger Staat weiterhin kompliziert.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1988 | Proklamation des Staates PalÀstina durch die PLO |
| 1989 | Offizielle Anerkennung durch 65 Staaten |
| 2011 | Vollmitgliedschaftsantrag bei der UN durch Mahmud Abbas |
| 2012 | Anerkennung als ânon-member observer Stateâ durch die UN |
Auch Jahrzehnte nach der PalĂ€stina UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung 1988 bleibt das Thema von groĂer Relevanz und wiederkehrenden Kontroversen in der internationalen Politik. Nichtsdestotrotz setzt sich das palĂ€stinensische Volk weiterhin fĂŒr seine Anerkennung und fĂŒr das Recht auf Selbstbestimmung ein.
Oslo-Abkommen und palÀstinensische Autonomiegebiete
Das Oslo-Abkommen, unterzeichnet am 13. September 1993, markiert einen bedeutenden Wendepunkt in der Geschichte des Nahostkonflikts. Es legte den Grundstein fĂŒr die Autonomie der PalĂ€stinenser in bestimmten Gebieten des Westjordanlands und des Gazastreifens. Mit dem Ziel der friedlichen Koexistenz zwischen Israel und den PalĂ€stinensern, wurde das Abkommen weltweit als Hoffnungsschimmer fĂŒr eine dauerhafte Lösung angesehen. Das Abkommen sah die GrĂŒndung einer palĂ€stinensischen Autonomiebehörde vor, die Verwaltungsaufgaben in den Autonomiegebieten ĂŒbernehmen sollte.
Das Oslo II-Abkommen von 1995 prĂ€zisierte diese Selbstverwaltungsregelungen weiter und ermöglichte der Autonomiebehörde PalĂ€stina, die Kontrolle ĂŒber mehrere StĂ€dte und lĂ€ndliche Gebiete zu ĂŒbernehmen. Trotz dieser Vereinbarungen wurde der Friedensprozess durch mehrere Ereignisse ĂŒberschattet, darunter das Massaker in Hebron 1994 und die Ermordung des israelischen Premierministers Jitzchak Rabin 1995. Diese Tragödien belasteten das Vertrauen auf beiden Seiten erheblich.

Die palÀstinensische Autonomiebehörde, die infolge des Oslo-Abkommens entstand, steht vor zahlreichen Herausforderungen. Dazu gehören interne politische Spannungen, wirtschaftliche Schwierigkeiten und der Verlust der Kontrolle in einigen Gebieten. Die Bevölkerung der Autonomiegebiete belÀuft sich auf etwa 4,632 Millionen Menschen, wobei das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf im Jahr 2022 etwa 3.464 USD (nominal) betrug.
Die zweite Intifada, ausgelöst im Jahr 2000, fĂŒhrte zu erheblichen Verlusten auf beiden Seiten und einem erneuten Erstarken radikaler Gruppen. Auf internationaler Ebene erhielt PalĂ€stina im Jahr 2012 den Beobachterstatus als Nicht-Mitgliedsstaat bei den Vereinten Nationen und trat 2015 dem Römischen Statut bei. Trotz dieser Fortschritte bleibt der Status der palĂ€stinensischen Autonomiegebiete nach wie vor ein zentraler Streitpunkt im Nahostkonflikt.
Kontroversen um die Staatsanerkennung PalÀstinas
Die Internationale Anerkennung PalĂ€stinas ist ein heftig debattiertes Thema in der globalen Politik. Seit dem PalĂ€stinakrieg 1948, in dessen Folge ĂŒber 700.000 palĂ€stinensische Araber flohen, gibt es reichlich diskussionen ĂŒber den Status PalĂ€stinas. Der Konflikt hatte zur Folge, dass etwa 50% der arabischen Bevölkerung des Mandatsgebiets PalĂ€stina ihre Heimat verlassen musste. Dies fĂŒhrte zu signifikanten Migrationen: Zwischen 250.000 und 300.000 PalĂ€stinenser flohen oder wurden wĂ€hrend des BĂŒrgerkriegs in PalĂ€stina 1947â1948 vertrieben. Bis zum Ende des Krieges hatten etwa 711.000 palĂ€stinensische FlĂŒchtlinge Zuflucht auĂerhalb Israels gesucht.
Im Zuge des jahrelangen Konflikts hat die Frage der Internationale Anerkennung PalÀstinas viele LÀnder gespalten. Rund 120 Staaten, vor allem in Afrika, Asien und Lateinamerika, haben PalÀstina mittlerweile anerkannt, wÀhrend andere, wie die USA, einen Mitgliedschaftsantrag der PalÀstinenser im Sicherheitsrat mit einem Veto blockieren wollen. Die EU konnte bislang keine einheitliche Position zu dem Thema finden. Trotz allem bleibt die Anerkennung des Staates PalÀstina ein zentraler Punkt der internationalen Diplomatie.
Die Staat PalĂ€stina Kontroversen wurden besonders durch den palĂ€stinensischen VorstoĂ zur Anerkennung als Staat, der im Mai 2011 angekĂŒndigt wurde, neu angefacht. Diese Bestrebungen werden als Antwort auf die Stagnation des Friedensprozesses zwischen Israel und den PalĂ€stinensern gesehen, der seit ĂŒber 20 Jahren keine substantiellen Fortschritte erzielt hat.
| Kriterium | Position |
|---|---|
| UnterstĂŒtzung von UNO-Kriterien | 3 von 5 |
| Verhandlungen zwischen PalÀstinensern und Israel | Seit 20 Jahren ohne Einigung |
| Staatliche Anerkennungen | Rund 120 Staaten |
| Position der EU | Keine Einigung |
| US-Position | Veto im Sicherheitsrat |
Obwohl die Internationale Anerkennung PalĂ€stinas politisch kompliziert ist, bleibt das Thema ein bedeutender Faktor in den Beziehungen des Mittleren Ostens. Der palĂ€stinensische VorstoĂ könnte nicht nur ein symbolischer Sieg fĂŒr die moderate Fatah sein, sondern auch deren Position gegenĂŒber der Hamas stĂ€rken, wĂ€hrend der Fayyad-Plan weiterhin den Aufbau staatlicher Strukturen in PalĂ€stina vorantreibt.
Aktuelle politische Entwicklungen und der Status PalÀstinas
Die PalĂ€stina aktuelle Situation ist tiefgreifend komplex und von globalen diplomatischen Entwicklungen geprĂ€gt. Trotz der Anerkennung PalĂ€stinas durch 146 der 193 UN-Mitglieder, darunter LĂ€nder wie Schweden (2014) und kĂŒrzlich Slowenien (2023), bleibt die vollstĂ€ndige Aufnahme in die Vereinten Nationen aufgrund des Vetos der USA im UN-Sicherheitsrat blockiert. Der Staat PalĂ€stina hat derzeit den Status eines Beobachters bei den UN, was ihn in seiner FĂ€higkeit, internationale politische Beziehungen vollstĂ€ndig auszubauen, einschrĂ€nkt.
Die Zukunft PalĂ€stinas wird maĂgeblich durch regionale und internationale politische Dynamiken beeinflusst. Obwohl viele zentral- und osteuropĂ€ische LĂ€nder PalĂ€stina bereits seit 1988 anerkennen, sehen gröĂere Staaten wie die USA und Frankreich eine diplomatische Anerkennung als verfrĂŒht an. Sie argumentieren, dass entscheidende Voraussetzungen fĂŒr einen souverĂ€nen Staat derzeit nicht gegeben sind. Insbesondere die ungeklĂ€rten Grenzen und der Status von Ost-Jerusalem erschweren eine endgĂŒltige Lösung.
Dennoch gibt es in Europa, insbesondere in LĂ€ndern wie Irland, Norwegen und Spanien, eine klare Tendenz zur symbolischen Anerkennung PalĂ€stinas. Dieser Schritt wird jedoch von vielen als primĂ€r politisch motiviert betrachtet und hat begrenzte völkerrechtliche Auswirkungen. Die fortschreitenden Entwicklungen, wie die kĂŒrzliche Anerkennung durch Slowenien, zielen hĂ€ufig auf innenpolitische UnterstĂŒtzung ab, wie etwa bei den linken und liberalen WĂ€hlern in Slowenien. Die Anerkennungen seitens solcher Staaten könnten zwar symbolisch und politisch signifikant sein, doch der tatsĂ€chliche Einfluss auf den langfristigen Frieden im Nahen Osten bleibt abzuwarten.
HĂ€ufig gestellte Fragen
Seit wann gibt es PalÀstina nicht mehr?
PalĂ€stina existiert in der Form eines unabhĂ€ngigen Staates nicht mehr seit der GrĂŒndung des Staates Israel 1948 und dem darauffolgenden PalĂ€stinakrieg. Seitdem ist PalĂ€stina ein Gebiet mit umstrittenem rechtlichen Status.
Was ist der historische Ursprung des Namens PalÀstina?
Der Name PalÀstina leitet sich von dem römischen Begriff "Palaestina" ab, der erstmals im 2. Jahrhundert n. Chr. verwendet wurde, um das Gebiet der ehemaligen Provinz JudÀa zu beschreiben.
Wie war die Situation wÀhrend des britischen Mandats und was besagten die UN-TeilungsplÀne?
WĂ€hrend des britischen Mandats (1920-1948) war PalĂ€stina ein von GroĂbritannien verwaltetes Territorium. Die UN-TeilungsplĂ€ne von 1947 sahen eine Aufteilung des Gebiets in einen jĂŒdischen und einen arabischen Staat vor, was zur GrĂŒndung Israels und zum Ausbruch des PalĂ€stinakrieges fĂŒhrte.
Welche Ereignisse prÀgten den PalÀstinakrieg 1948?
Der PalĂ€stinakrieg begann unmittelbar nach der GrĂŒndung Israels 1948. Arabische Staaten marschierten in das Gebiet ein, doch Israel setzte sich militĂ€risch durch. Dies fĂŒhrte zu groĂen Fluchtbewegungen und Vertreibungen palĂ€stinensischer Araber.
Was bedeutete die UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung von 1988 fĂŒr PalĂ€stina?
Am 15. November 1988 rief die PalÀstinensische Befreiungsorganisation (PLO) den Staat PalÀstina aus. Diese UnabhÀngigkeitserklÀrung wurde von zahlreichen Staaten anerkannt, aber nicht von Israel und den USA.
