Gesundheit
Verhütungsmittel auf Staatskosten
Der Diakonie-Direktor verwies bei seiner Forderung auf das Beispiel, dass das Land Niedersachsen rund 3,8 Millionen Euro dafür zur Verfügung stelle, dass Frauen in Notfallsituationen einen Schwangerschaftsabbruch machen könnten. Verhütungsmittel würden hingegen nur bei Frauen unter 20 Jahren übernommen. Dabei sei es rein rechnerisch gar nicht möglich, dass Hartz-IV-Empfängerinnen das Einsetzen einer Spirale (350 Euro) selbst bezahlen könnten. Auch der Bezug der monatlichen Pille sei bei einem zu Verfügung stehenden Betrag von lediglichen 13,17 Euro für Arztkosten im Monat nur theoretisch möglich.
Auch Schwangerschaftsberaterin Sabine Kuhne aus Rothenburg/Wümme erklärte, dass sie oft Frauen aus Hartz-IV-Umständen vor sich sitzen hätte, die verschämt berichten, dass kein Geld für Verhütungsmittel da gewesen sei. Das Ansparen einer Summe zwischen 39 und 59 Euro sei für diese Frauen im Alltag nicht umsetzbar.
Nachdem eine Petition zu dem Thema, welche von verschiedenen Beraterinnen und Beratern mehrerer Diakonischer Werke an den niedersächsischen Landtag und den Deutschen Bundestag gesandt worden war, ohne Resonanz blieb, wendet sich Künkel jetzt mit einem Brief an die niedersächsischen Bundestagsabgeordneten. „Dass hier gespart wird, ist ethisch nicht zu verantworten! Rund 40 Prozent der ungewollten Schwangerschaften in Niedersachsen gehen auf mangelnde Verhütung zurück.“

