Familie
Sprachentwicklung von Kindern wird durch Gesten gefördert
Eine neue Studie der Soziologin Meredith Row und Psychologin Susan Goldin-Meadow von der Universität Chicago zeigt nun, dass der Einsatz von Gesten Kindern dabei hilft, ihre Sprache zu entwicklen. Kleinkinder, die schon früh mit Gesten in Berührung gekommen sind, haben demnach einen besseren Start in die Schule, da ihre kognitiven Fähigkleiten, zu denen auch die Sprache gehört, deutlich besser entwickelt sind.
Die beiden Forscherinnen haben mit ihren Untersuchungen Neuland betreten; bisher hatten sich Linguisten ausschließlich auf die eigentliche Sprachentwicklung konzentriert. Dabei nehmen die Eltern und deren Bildungshintergrund eine bedeutende Funktion ein. „Aber Gesten spielen eine Rolle, die nicht zu vernachlässigen ist." erklären die beiden Forscherinnen.
Gesten sind nicht nur dekoratives Beiwerk, sondern integraler Bestandteil der sprachlichen Entwicklung. Die Zeigegeste wird für Kinder wichtig, wenn es deutlich machen möchte, dass es ein Wort lernen möchte. Es zeigt auf einen Gegenstand, was zur Folge hat, dass die Mutter das Wort gebraucht. Auch kompliziertere grammatische Strukturen werden so erlernt. Das Kind sagt beispielsweise „Vater“ und deutet anschließend auf einen Hut. "Das ist der Hut deines Vaters" erklärt den Sachverhalt mithilfe eines Genitivs.

