Gesundheit
Immer mehr Jugendliche brauchen Psychopharmaka
So erhalten etwa viermal so viele Kinder und Jugendliche Neuroleptika – Medikamente, die unter anderem bei autistischen Störungen oder Psychosen eingesetzt werden – als noch vor acht Jahren.
Der Studie der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität Köln enthüllt, dass ein „bemerkenswerter Anstieg“ zu verzeichnen ist. Den Zahlen zufolge hätten im Jahr 2000 etwa 6800 Kinder Neuroleptika erhalten, acht Jahre später waren es schon beachtliche 28 100 junge Patienten.
Zahlen, die besorgniserregend sind, meint auch Gerd Lehmkuhl, Klinikleiter der Kinder- und Jugendpsychiatrie Köln. „Ärzte müssen darauf achten, dass sie diese Medikamente nicht zu leichtfertig vergeben“, mahnt Lehmkuhl.
Eine Fernsehsendung hatte am Montag berichtet, dass Ärzte Psychopharmaka zunehmend auch bei Störungen des Verhaltens einsetzen, eine Verwendung, die nicht immer im Rahmen des Erlaubten liegt.
Auch die eigentlichen Nebenwirkungen sind nicht zu unterschätzen. So könnten neben beträchtlichen Gewichtszunahmen auch Störungen der Motorik oder apathisches Verhalten zutage treten.

