Mode

Geld – Geschmack – Gewissen

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JMH, 17.06.2008 10:59:00

Dumpinglöhne, Menschenrechtsverletzungen, Kinderarbeit und Umweltverschmutzung – die Vorurteile gegenüber Discountern halten sich besonders in Bezug auf Anbieter günstiger Kleidung hartnäckig. Während auch Besserverdienende ihre Lebensmittel bei billigen Ketten kaufen, gilt für Kleidung vielfach die Devise: Qualität kostet. Und das Gewissen kauft mit. Dass dieser Grundsatz nicht zwingend stimmt, zeigen Skandale um große Sportartikel- und Modefirmen, die trotz hoher Produktpreise durch Menschenrechtsverletzungen und Schadstoffe in Textilien von sich reden machten.


In Zeiten der Globalisierung werden höchstens fünf Prozent der in Deutschland verkauften Textilien auch innerhalb des Landes hergestellt, der Rest stammt vor allem aus Niedriglohnländern in Asien. Der Preis entscheidet nun einmal – für die Billiganbieter ebenso wie für die großen Designer. So kann es durchaus geschehen, dass das T-Shirt aus dem Discounter in der selben Fabrik genäht wurde wie der Rock vom Designerlabel.


Dass billig nicht schlecht sein muss, erläutert der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands des Deutschen Textileinzelhandels (BTE) Heijo Gassenmeier: „Der Preis kommt vor allem über die riesige Stückzahl zustande.“ So könnten Discounter Ware günstiger einhandeln und dadurch einen niedrigeren Preis erzielen. Außerdem bieten sie Textilien aus qualitativ etwas weniger hochwertigen Materialien an, die nicht ganz so aufwändig verarbeitet wurden, wie es bei teureren Produkten geschieht. Schnäppchenjäger nehmen in Kauf, keine exklusive Kollektion vorzufinden, sondern ein standardisiertes Massenprodukt zu erwerben.


Nach wie vor gilt: Ob ein Kleidungsstück in Kinderarbeit angefertigt wurde oder mit Schadstoffen belastet ist, lässt sich diesem nicht ansehen – ist aber ebenso wenig am Preis ablesbar. Wer mit gutem Gewissen kaufen möchte, kann Informationen bei Verbraucherschutzorganisationen wie Ökotest und Stiftung Warentest einholen.

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