Gesundheit
Dramatische Steigerung von Psychopharmaka bei Kindern
Rund fünf Prozent der an ADHS leidender Jugendliche kämen laut Carl-Heinz Müller, seines Zeichens Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), jedes Jahr dazu. Diesem Umstand werde nun entgegengewirkt, indem den gesetzlichen Krankenkassen ein neuer Vertrag offeriert würde, der das ausgewiesene Ziel hat Betroffene verstärkt psychotherapeutisch zu behandeln.
Ärztlich verschriebene Medikamente wie Ritalin oder entsprechende Pharmaka sind an mehr als 50 Prozent der erkrankten Kinder angewendet worden, wobei sich die verschriebene Ritalin-Menge zwischen 1995 und 2000 verzehnfacht hätte, sagte die Parlamentarische Gesundheitsstaatssekretärin Marion Caspers-Merk (SPD). Außerdem sollten alternative Therapiemöglichkeiten ausgebaut und unmittelbar vor einer Medikamentenbehandlung an die erste Stelle gerückt werden.
Die wissenschaftliche Kluft zwischen Sympathisanten einer Medikamenten-Behandlung und einer verstärkten psychologischen Therapie ist unumstritten.
Forscher erklären die ADHS-Entstehung vor allem neurobiologisch mit anatomischen Abnormitäten und sehen Medikamente als zentrales Mittel dagegen, während andere vor exzessivem Ritalin-Gebrauch eindringlich warnen.
Zum Abschluss riet Carl-Heinz Müller betroffenen Eltern, sich schon heute wertvolle Ratschläge bei erfahrenen Kinder- sowie Jugendärzten, Psychiatern oder Psychotherapeuten einzuholen.

