Gesundheit
Chronische Rückenschmerzen bei Rauchern häufiger
Der Blick in ein typisch deutsches Büro enthüllt Erschreckendes. Die Sekretärin sitzt zusammengekauert an ihrem Tisch, ihre Hände verharren in unnatürlichem Winkel auf der Tastatur. Ihr Stuhl ist viel zu hoch eingestellt, sodass sie sich anstrengen muss, überhaupt etwas auf dem Bildschirm zu erkennen. Der Tag war lang und langsam zeigen sich die ersten Auswirkungen des Arbeitstages: Die Augen nehmen nur noch unklare Konturen wahr, der Hals schmerzt, die Nackenmuskeln sind angespannt und die Handgelenke pochen unangenehm. In wenigen Minuten werden sich auch die Rückenschmerzen wieder zu Wort melden. Die typische Angestellte steht stellvertretend für die Mehrheit der Deutschen, denn bei etwa 80 % der Menschen zwickt und zwackt es regelmäßig im Rücken. Schlechte Arbeitsbedingungen, mangelhafte Lichtverhältnisse und ungesunder Leistungsdruck fördern den Schmerz im Rücken. Auch in Sachen Haltung bekommen die meisten Arbeitnehmer eine glatte Sechs.
Wenn die Schmerzen durch Medikamente, Physiotherapie oder wärmende Auflagen nicht gelindert werden können, spricht man von einem chronischen Beschwerdebild.
Eine neue Studie des Robert-Koch-Instituts zeigt nun, dass Raucher in besonderem Ausmaße gefährdet sind, chronische Rückenschmerzen zu entwickeln. Im „Deutschen Ärzteblatt“ – einer Veröffentlichung der Bundesärztekammer – erläutern sie die Ergebnisse eingehender Gesundheitstests an mehr als 8.000 Menschen. Es zeigte sich, dass in erster Linie der Zeitraum, in dem bereits geraucht wird, eine große Rolle bei der Entstehung chronischer Rückenschmerzen spielt. So haben Menschen, die bereits länger als 16 Jahre zur Zigarette greifen ein doppelt so hohes Risiko, dass der Schmerz dauerhaft wird, als solche, deren Nikotinabhängigkeit weniger als zehn Jahre ausgeprägt ist. Die Menge und die Häufigkeit des Tabakkonsums sei aber nebensächlich, so die Autoren des Artikels.

