Der kleine und gesunde Oliver ist das „Ergebnis“ eines neuen Erbguttests einer künstlichen Befruchtung. Vor seiner Geburt liegen 13 gescheiterte Versuche einer Reagenzglas-Befruchtung und drei Fehlgeburten. Oliver ist nun das weltweit erste Baby, das mittels eines speziellen Chromosomen-Checks vor der Befruchtung gezeugt wurde. So wurden bei der künstlichen Befruchtung diesmal die Chromosomen der Eizellen auf eventuelle Störungen untersucht. Tatsächlich erwiesen sich nur zwei Eizellen der Mutter als geeignet, aus einer entstand schließlich Oliver.
Die neue Methode des Chromosomen-Checks ist dem britischen Frauenarzt Simon Fishel zu verdanken. Dieser glaubt, dass sich mit dem neuen Verfahren die Schwangerschaftsrate bei einer künstlichen Befruchtung verdoppeln ließe. Bisher waren entweder eine zu hohe oder zu niedrige Anzahl an Chromosomen verantwortlich für das Scheitern einer Schwangerschaft. Bei rund 50 Prozent der jüngeren Frauen und bei 75 Prozent der Frauen über 39 würde oftmals eine Anomalie der Chromosomenzahl vorliegen, so Fishel.
Die Besonderheit des neuen Tests liegt vor allem in seiner Kürze.
In nur 48 Stunden ist feststellbar, ob eine Chromosomen-Anomalie vorliegt oder nicht, deshalb müssen die Eizellen auch nicht eingefroren werden, was unter Umständen auch zu Schäden führen kann. Experten warnen dennoch vor zu viel Optimismus. So erklärte der Verband der British Fertility Society, die neue Testmethode sei zwar wegweisend, dennoch sei aber weiterhin noch viel Forschung auf diesem Gebiet nötig, um die Schwangerschaftsrate bei künstlichen Befruchtungen, auch auf lange Sicht hin, zu erhöhen.
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