Gesundheit

Bye, bye lila Kuh

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JMH, 25.06.2008 09:59:00

Die Werbepartnerschaft Thomas Gottschalks mit einem bekannten Bonner Fruchtgummiproduzenten besteht seit 1991 und ist damit bereits einen Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde wert gewesen. Grünen-Fraktionschefin Bärbel Höhn sähe diese und andere Werbespots für Süßigkeiten jedoch lieber im Abendprogramm – oder gar nicht. Angesichts steigenden Übergewichts bei Kindern und Jugendlichen spricht Höhn sich für ein schärferes Vorgehen der Bundesregierung gegen ungesunde Ernährung aus.


Am heutigen Mittwoch berät das Kabinett über den Nationalen Aktionsplan Ernährung (Optikur berichtete), dieser geht Höhn zufolge jedoch nicht weit genug. Gegenüber der Deutschen Presseagentur dpa kritisierte sie: „Der Aktionsplan packt das Problem nicht an den Ursachen, sondern es werden hauptsächlich Alibi-Maßnahmen vorgeschoben.“ Statt Industrie und Wirtschaft in die Pflicht zu nehmen oder konkrete Maßnahmen zu entwickeln, strotze der Aktionsplan vor Konferenzen, Broschüren und Selbstverpflichtungen.

„Übergewichtige Kinder werden so nicht erreicht.“


Höhn plädiert dafür, weitreichendere Konsequenzen zu ziehen: „Seehofer scheut auch weiterhin vor staatlichen Eingriffen und gesetzgeberischen Maßnahmen zurück.“ Bildung und Information seien zwar wichtig, wirkten aber erst mittelfristig. „Die Mitverursacher der Übergewichtsprobleme, also die Ernährungs- und Werbewirtschaft, werden komplett geschont.“ Daher fordert die Politikerin, die auch die umstrittene Ampelkennzeichnung von Lebensmitteln befürwortet, ein TV-Werbeverbot für Süßigkeiten: „Großbritannien hat deswegen bereits seit längerer Zeit Werbung für Süßigkeiten vor 20 Uhr im Fernsehen verboten.“


Hintergrund der Debatte: Seit längerem wird in Deutschland hitzig über die so genannte Ampelkennzeichnung von Lebensmitteln gestritten.
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Demnach soll eine rote, gelbe oder grüne Kennzeichnung auf Verpackungen auf den ersten Blick signalisieren, ob hier ein Produkt mit einem hohen Fett-, Zucker- oder Salzanteil vorliegt oder ob grünes Licht für den gesunden und genußvollen Verzehr gegeben ist. So könnten Verbraucher laut Höhn „sofort sehen, ob hier zu viel Zucker oder Kalorien im Produkt sind“. Die meist umständlich und undurchsichtig gestalteten Nährwerttabellen wären so nicht mehr die einzige Informationsquelle. Andere Politiker empfinden dies als Bevormundung der Konsumenten. Bundesverbraucherminister Horst Seehofer (CSU) setzt sich dafür ein, Prozentangaben des Nährwertgehalts auf Verpackungen anzugeben und hält dabei eine farbliche Markierung auf europäischer Ebene durchaus für möglich.

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