Gesundheit

Alkoholismus bei Jugendlichen

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CAM, 07.08.2008 11:55:00
„Flatratepartys“, „Alcopops“ und „Komasaufen“ sind mittlerweile nicht nur Jugendlichen ein Begriff. Die Exzesse der Jugendlichen sind immer wieder in den Medien. Viele vergessen, dass es sich dabei zwar um eine ernst zu nehmende Entwicklung, jedoch um keinen Dauerzustand handelt. Aus diesem einmaligen oder auch gelegentlichem „über die Stränge schlagen“ entsteht in der Regel keine Sucht, erklären Kinder- und Jugendärzte. Wirkliche Sorgen bereitet den Medizinern jedoch der immer früher einsetzende dauerhafte Alkoholkonsum, der weitestgehend unterschätzt und meist nicht einmal wahrgenommen wird. Erschreckend ist, dass ungefähr 20 Prozent, der akut stationär aufgenommenen Jugendlichen Alkohol bereits als „Problemlöser“ sehen. Die Eltern wissen in der Regel nichts vom Konsum ihrer Kinder.


Die Ursachen dieser Entwicklung sind, laut der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie
und Jugendmedizin (DGSPJ), vielfältig.
Das „Komasaufen“ werde einerseits von vielen Jugendlichen als Bewährungsprobe angesehen, anderseits werden gerade junge Menschen von den Anbietern alkoholischer Getränke als Zielgruppe wahrgenommen, was sich in Design und Werbung, sowie den taschengeldfreundlichen Preisen widerspiegelt. Neue Trendgetränke mit wenig Kalorien, bunten Farben und hohem Prozentanteil verlocken die Jugendlichen, die durchaus erschwinglichen Alkoholika zu kaufen. Weitere Motive sind vermutlich soziale Probleme, finanzielle Schwierigkeiten (innerhalb der Familie) und Perspektivlosigkeit.


Andreas Seidler, Delegierter der DGSPJ im Ausschuss Jugendmedizin der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ) kritisiert, dass dieser Entwicklung nicht genügend Einhalt geboten werde. Natürlich freue er sich über die wenigen effektiven Maßnahmen, wie die Sondersteuer auf spirituosenhaltige Alcopop-Getränke oder die abgesenkte Promillegrenze für Fahranfänger, doch es bedarf mehr Aufklärung um präventiv gegen den Alkoholismus Jugendlicher vorgehen zu können.
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Es kommt dabei darauf an, jegliche Stigmatisierung der Teenager zu vermeiden und stattdessen gefährdete Altersgenossen für einen bewussten Umgang zu sensibilisieren.


Erste Schritte seien zwar gemacht, doch bereits vorhandene Aktionen müssen erheblich ausgebaut werden. Ein gestartetes Programm, welches Kinder und Jugendliche, deren Alkoholkonsum bereits jedes Limit überschritten hat, gezielte Beratung bietet, (noch) nicht betroffene Teenager mit Beratungs- und Präventionsangeboten sensibilisiert und zusätzlich gezielt lokale Verantwortliche (Vereine, Polizei) anspricht, um ein frühes präventives Eingreifen zu ermöglichen, ist durchaus sinnvoll und erfolgreich. Diese Konzept hat sich sogar so sehr bewährt, dass es mittlerweile auf elf Bundesländer ausgeweitet wurde. Ebenso seien entsprechende Weiterbildungen von Fachärzten, welche unter der Mitwirkung der Kommission "Jugendmedizin" der DAKJ erarbeitet worden und in das Weiterbildungsprogramm EuTEACH eingeflossen sind, ein Schritt in die richtige Richtung, aber auf keinen Fall ausreichend.
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