Gesundheit

Ärzte wollen mehr Gehalt ohne regionale Unterschiede

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JMH, 06.08.2008 10:51:00
Bevor es in die heiße Phase der Verhandlungen über neue Arzthonorare geht, meldet sich nun die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) zu Wort und fordert eine kräftige Finanzspritze. „Es muss deutlich mehr Geld ins System kommen“, betont der KBV-Vorsitzende Andreas Köhler. Erklärtes Ziel der KBV ist es, dass die Ausgaben der Krankenkassen für die Ärzte um weitere 4,5 Milliarden Euro im Jahr steigen – zuletzt waren es 23 Milliarden Euro. Laut Köhler geht das „nur über eine Steuerfinanzierung oder eine Beitragserhöhung zum 1. Januar.“


Die Einigung über die Honorare für die 145.000 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten für 2009 wollen KBV und Krankenkassen im sogenannten Erweiterten Bewertungsausschuss bis Ende August erzielen. Köhler räumt ein, dass es auch Ärzte gibt, „denen es sehr gut geht“ – allerdings verdienten viele unterdurchschnittlich, besonders in Ballungsgebieten mit vielen Praxen. „In den neuen Bundesländern und Berlin ist das Brutto-Monatseinkommen der Ärzte oft nicht höher als 3.000 bis 3.500 Euro.“


Die Zahl der Ärzte in Deutschland sei seit dem Jahr 2000 bei gleicher Honorarhöhe um 8000 gestiegen.
„Auf dem Land gibt es viele Ärzte, die 60,65 Stunden in der Woche arbeiten und ausgebrannt sind“, so Köhler. „Es stehen politische Versprechen im Raum, nämlich nach einer Aufstockung um zehn Prozent und eines Wegfalls der strikten Budget-Obergrenze.“ Eine Erhöhung der Ärztehonorare um 2,5 Milliarden Euro sei durch Kanzlerin Merkel (CDU) und Bundesgesundheitsministerin Schmidt (SPD) in Aussicht gestellt worden. Wenn der Ausschuss sich nicht einigt, müsse das Gesundheitsministerium die Aufstockung durchsetzen, fordert Köhler.


Ein Vergütungsausgleich zwischen Ost und West müsse zur Aufstockung hinzukommen. „Das darf nicht finanziert werden von den bayerischen und baden-württembergischen Ärzten“, verlangt der KBV-Chef. „Deswegen muss mehr Geld ins System.“ In Süddeutschland verdienen die Ärzte heute im Durchschnitt besser als die Kollegen in anderen Regionen.
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Nach Köhlers Angaben werden regionale Unterschiede geringer: „Nach unseren Vorverhandlungen zeichnet sich ab, dass es keine großen Abweichungen auf Landesebene geben wird.“
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