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125. Geburtstag von Joachim Ringelnatz

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JMH, 07.08.2008 11:21:00

picture-alliance/ dpa

„Ich habe dich so lieb! / Ich würde dir ohne Bedenken / Eine Kachel aus meinem Ofen / schenken.“ Auch wer keines seiner Gedicht kennt, diese Anfangszeile aus Joachim Ringelnatz’ bekanntestem Liebesgedicht dürfte den meisten Deutschen geläufig sein. Heute vor 125 Jahren, am 7. August 1883, wurde der Schriftsteller, Maler und Kabarettist in Wurzen bei Leipzig geboren.


Als Hans Gustav Bötticher begann er ein aufregendes Leben, in dem er zahlreiche Berufe ausübte, liebte, lebte, Erfolg und Abstieg erlebte und zuletzt verarmt am 16. November 1934 an Tuberkulose starb.
Das umfassende dichterische und malerische Werk, das er in seinen 51 Lebensjahren schuf, ist in seiner Vielfalt heute den Wenigsten bekannt.


Zwar gehört Ringelnatz mit seinen humoristischen, anspielungsreichen und sprachgewandten Gedichten, die so einfach und doch so beredt sind, zu den meistgelesenen Lyrikern des Buchmarktes – dass er neben den lustigen Versen aber auch politische Literatur schrieb und sich als Kunstmaler verstand ist jedoch bereits seit den Bücherverbrennungen der Nazis aus dem öffentlichen Bewusstsein gerückt.


Das literarische Werk des Joachim Ringelnatz, das etwa mit seiner kritischen Darstellung der 20er Jahre den Texten Gottfried Benns, Bertolt Brechts und Alfred Döblins gleichrangig ist, wird selbst in der germanistischen Forschung – gelinde gesagt – stiefmütterlich behandelt. Für den interessierten Leser sollte das Grund genug sein, am heutigen Jahrestag in einer Buchhandlung ein wenig zu stöbern.


Neben den Gedichtsammlungen, die bekannte Werke wie etwa den „Bumerang“, das „Fussball-Gedicht“ oder das „Abendgebet einer erkälteten Negerin“ enthalten und vom günstigen gelben Heftchen bis hin zur bibliophilen gebundenen Ausgabe erhältlich sind, empfehlen sich auch seine Romane. Denn 125 Jahre nach Joachim Ringelnatz’ Geburt wird es Zeit, diesen Künstler in all seinen Facetten wiederzuentdecken.
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