Mit Gold verbinden viele Menschen Geschichten, Mythen und Legenden. In der griechischen Mythologie gibt es den Mythos von Jason und dem goldenen Vlies
Schmuck ist eng mit dem Wunsch des Menschen nach der Nähe zu den Göttern, Unsterblichkeit und unendlichen Reichtum verknüpft. Dabei vermischen sich die tatsächlichen Eigenschaften immer öfter mit ersehnten oder fiktiven Fähigkeiten von Edelsteinen und Metallen. Die Inkas betrachten Gold als Schweiß der Sonne. Andere Kulturen, die Ägypter beispielsweise, verstanden es als Symbol des Sonnengottes Ra.
Märchenhaftes Gold
Die Grimmschen Märchen bieten einen unbegrenzten Fundus an Goldgeschichten. Rapunzels goldenes Haar oder die Goldtaler sind nur zwei der zahlreichen Beispiele. „Frau Holle“ enthält ebenfalls althergebrachtes Wissen. Die Goldmarie ist der Inbegriff von Tugend und Rechtschaffenheit. Am Ende der Geschichte erhält sie für ihre guten Taten die verdiente Belohnung. Auch das Märchen „Rumpelstilzchen“ erzählt von dem Menschheitstraum schlechthin, dem Traum aus unedlen Materialien Gold herzustellen. Alchemistische Traditionen versprachen sich von dieser Methode, die lang ersehnte Unsterblichkeit. Denn wenn es gelang, Gold künstlich herzustellen, konnten Magier auch ein Lebenselixier herstellen.
Mythologie und Legenden
Die Mythologie verschiedener Kulturen berichten auf vielfältige Weise von dem legendären Gold. In der griechischen Mythologie beispielsweise findet sich die Geschichte von Jason und dem Goldenen Vlies. Der Prinz versammelt seine Argonauten um sich, um das goldene Fell des Widders Chrysomeles an sich zu bringen. Mit List, Tücke und dem Einsatz seiner männlichen Verführungskünste gelingt es ihm schließlich, das Schaffell des Königs Aietes an sich zu bringen. Der vielleicht bedeutsamste Gegenstand im Kulturgut aller Menschen ist jedoch der Heilige Gral. Er soll das Trinkgefäß Jesu beim Letzten Abendmahl gewesen sein. Andere sprechen davon, dass der legendäre Kelch das Blut des am Kreuz Sterbenden auffing.
Urbane Legenden und die Suche nach dem Piratenschatz
Wer nun aber denkt, Goldmythen sind Teil alter vergangener Kulturen, irrt. Auch heute ist Gold Inhalt vieler Legenden und Filme. Sie sind Ausdruck der uralten Sehnsucht nach materieller Sorglosigkeit und Wohlstand. Ein bekanntes Beispiel ist der amerikanische Film „Fluch der Karibik“, der die Suche nach einem Goldschatz auf wunderbare Weise karikiert, ähnelt sie doch den vielen wirklichen Expeditionen in der Vergangenheit. Der Machtwahn wird gespiegelt und überzogen dargestellt. Auch in der heutigen Zeit begegnen uns so genannte „Urban Legends“. Eine davon, ist die Geschichte mit der goldenen Ganzkörperverzierung. In einem Film der James Bond Reihe „Goldfinger“ stirbt eine Frau an dem Edelmetall, denn ihre Haut wird ganz und gar damit überzogen. Sie erstickt qualvoll, weil ihre Haut nicht mehr atmen kann.
Unvergängliches Gold
Warum ausgerechnet Gold zum Mittelpunkt vieler Fantasien wurde, ist eigentlich leicht erklärbar. Das Edelmetall ist unzerstörbar und damit unvergänglich. Es widersetzt sich somit den uralten Naturgesetzen der Physik, die besagen, dass alles vergehen und sterben muss. Der materielle Wert des Edelmetalls wurde auf innere Eigenschaften übertragen. Gold symbolisiert die wahren Werte einer jeden Gesellschaft. Zu diesen gehören Tugend, Ehrlichkeit, Schönheit und Macht.


