Manchmal kehren ausgestorbene Lebewesen schneller auf die Erde zurück, als man möchte. Besonders wenn sie so groß sind wie die Dinosaurier. Möglich wurde die Auferstehung der Urzeitechsen durch eine geringe Menge Blut, die in einem Bernstein eingeschlossen war. Aus der DNA konnten dann die Untiere reproduziert werden. Solche zumindest in der Erzählung "Jurrasic Park" von Michael Crichton.
Mythen und Legenden
Doch das ist nicht die einzige Geschichte, zu der der sagenumwogene Bernsteinschmuck inspirierte. Bereits der griechische Dichter Ovid spricht in einem Kapitel seiner „Metamorphosen“ von dem fossilen Harz. Er beschreibt, wie die Schwestern Phaetons aus Kummer über den Verlust ihres Bruders zu Pappeln erstarren und weinen. Ihre Tränen verwandeln sich in Bernstein. Auch andere Autoren waren fasziniert von Bernstein. Homer erwähnt ihn in seiner Odyssee. Er spricht von einem Halsband „golden, besetzt mit Elektron, der strahlenden Sonne vergleichbar." Der oft als Gold des Nordens bezeichnete Edelstein ist häufig Gegenstand von Mythen und Legenden. Die wohl bekannteste Legende steht in Verbindung mit dem Bernsteinzimmer.
Entstehung des Bernsteins
Bernstein entsteht in einem Prozess, der sich über Millionen von Jahren langsam vollzieht. Die Entstehung läuft in drei Phasen ab. Dabei erhärtet sich das von Bäumen abgesonderte zähflüssige Harz und wird schließlich zu dem Bernstein. Es handelt sich also streng genommen nicht um ein Mineral, wird aber trotzdem häufig als Edelstein bezeichnet. Seinen Namen erhielt der Bersntein, weil er unter Einwirkung von hohen Temperaturen in Flammen aufgehen kann. Besonders interessant im Zusammenhang mit Bernsteinen sind die Einschlüsse, auch Inklusen genannt. Diese eingeschlossenen Objekte können organischer oder anorganischer Natur sein.
Wo kann man ihn finden?
Die größten natürlichen Lagerstätten des alten Steins befinden sich entlang der Nord- und Ostseeküste. Besonders viele Steine findet man auf der Halbinsel Samland, aber auch die Küstenabschnitte in Polen, Dänemark und der Ukraine sind sehr ergiebig. Die weltweit größten Vorkommen jedoch findet man in Kaliningrad, an der so genannten Bernsteinküste. Besonders in den warmen Sommermonaten sind die Ostseeküsten bei Touristen und Bernsteinsammlern sehr beliebt. Sie reisen zu diesem Zweck an, um selbst eines der goldgelben Exemplare ergattern zu können. Sogar in der Dominikanischen Republik wird Bernstein in Minen abgebaut.
Bernstein- ein wunderbarer Stein
Bernstein war wie kein anderer Stein Projektionsfläche für Aberglauben und esoterische Vorstellungen. Es soll als Amulett getragen, böse Kräfte fern halten. In gemahlener Form kann er gegen viele Krankheiten, unter anderem Gicht, helfen. Aber auch das seelische Gleichgewicht kann mit Bernsteinschmuck wieder hergestellt werden. Ihm werden verschiedene metaphysische Qualitäten zugesprochen. Das Tragen soll die eigenen Instinkte verstärken oder die Aufmerksamkeit gegenüber dem Selbst erhöhen. Die erdigen Farben, goldgelb bis sanftes braun, haben eine beruhigende Wirkung und nehmen Ängste. Auch aus diesem Grund ist Bernstein auch als Material für Babybeißringe geeignet. Das weiche Material erleichtert den oft schmerzvoll ablaufenden Prozess des Zahnens sehr. Die häufigste Verwendung von Bernstein ist aber nach wie vor in der Schmuckherstellung. Da er sehr weich ist, kann er in viele unterschiedliche Formen gebracht werden und so zu einem individuellen Einzelstück werden.


