Eher im Gegenteil, denn verschiedene Studien bestätigen, dass Menschen die Sonnencreme zu dünn auftragen.
Die ersten Sonnenstrahlen des Jahres sind nicht nur für Sonnenanbeter ein Hochgenuss. Sie wärmen nicht nur unsere Seele, sondern sorgen auch für unsere Gesundheit, denn die UV- Strahlung veranlasst unseren Organismus, lebenswichtiges Vitamin A zu bilden. Bereits eine Viertelstunde genügt, um die Speicher aufzufüllen. Aber meist liegen wir doch länger in der Sonne, auch, weil die Sonne positive Wirkungen auf unsere Seelenlage hat. Sie gelangt über unsere Augen ins Gehirn und regelt dort den Hormonhaushalt, die Stimmung steigt, wir sind glücklich. Wen wundert es dann noch, dass in den warmen Sommermonaten viele Sonnenhungrige an den Stränden, auf den Wiesen und in den Parks liegen und Sonne tanken. Ein wichtiges Ritual geht dem Sonnenbad immer voraus: da wird aus der Strohtasche, dem Stoffrucksack oder dem Lederkoffer die Lieblingssonnencreme geholt und kräftig geschmiert. Doch was bringt das Eincremen überhaupt?
Sonnenschutz nicht gewährleistet
Verschiedene Studien bestätigen die Vermutung vieler Hautärzte: Viele Menschen tragen Sonnencreme zu dünn auf. Die Folgen sind verheerend, UV-A und UV-B-Strahlung gelangt in die obersten Hautschichten und verursacht Schäden.
Sonnencreme richtig auftragen
Britische und Neuseeländische Ärzte empfehlen allen Sonnenanbetern, sich nach der sogenannten „Neuner Regel“ zu richten. So kann die gesamte Hautoberfläche des Körpers in gleich große Bereiche eingeteilt werden.
Der Lichtschutzfaktor (LSF)
Fast alle Hersteller bieten Produkte im oberen Lichtschutzbereich an, bis 50 gehen die Einteilungen. Mit LSF ist die Zeit gemeint, die man zusätzlich nach dem Auftragen der Sonnencreme in der Sonne bleiben darf, ohne Schäden zu riskieren. Grundlage ist der Eigenschutz, die Zeit, die sich aus dem persönlichen Hauttyp ergibt. Was viele Verbraucher aber nicht wissen, ist, dass Sonnencreme nur vor den Sonnenbrand-verursachenden UV-B- Strahlen schützt, vor der UV-A-Strahlung schützt sie nicht, oder nur in unverhältnismäßig geringem Ausmaß. Aber gerade die UV-A-Strahlung schädigt die Hautzellen in der Tiefe. So können Lichtallergien oder unschöne Reaktionen der entzündeten Haut – etwa die bekannte Mallorca – Akne- entstehen. Auch die Faltenbildung wird beschleunigt. Aus Angst vor der schädigenden Strahlung greifen viele Menschen jedes Jahr zu einem noch höheren Lichtschutzfaktor. Hautärzte halten dies für eine völlig unnötige Maßnahme. Sie empfehlen für den nord- und mitteleuropäischen Hauttyp einen LSF von 10. Sonnenhungrige, die die Neuner- Regel einhalten, sind hiermit ausreichend geschützt.
Neue LSF-Einteilung
Die einzelnen Lichtschutzfaktoren gestalten sich angesichts der Produktfülle nicht immer übersichtlich. So liegen einzelne Klassen sehr dicht nebeneinander, der Sinn erschließt sich dem Verbraucher nicht immer. Ärzte fordern daher bereits seit langem eine klarere Einteilung. Anstelle der Bezeichnungen von zwei bis 50, schlagen sie folgende Klassifizierung vor:
- Niedriger Schutz oder Basisschutz- bis LSF 10
- Mittlerer Schutz- bis LSF 25
- Hoher Schutz- bis 50
- Sehr hoher Schutz- über 50
Diese Klassifizierung ist auch EU- konform.
Tipps für das richtige Auftragen
Aber nicht nur die Menge auch die Art des Auftragens kann entscheidend zum Sonnenschutz beitragen. So geht die Schutzwirkung ebenfalls verloren, wenn die Creme zu stark einmassiert wird. Sie setzt sich in den Hautfalten ab, kann nicht mehr ganzflächig wirken. Besser ist es, die Sonnenmilch in einer dicken Schicht aufzutragen und trocknen zu lassen. Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass nicht nur gut erreichbare Bereiche versorgt werden, auch nicht zugängliche Areale wie der Rücken müssen geschützt werden. Ein netter Helfer lässt sich sicher schnell finden.
Das Eincremen sollte nicht erst am Strand erfolgen, sondern bereits einige Zeit vorher, um einen optimalen Schutz zu gewährleisten. Auch sollte die Creme nach jedem Wasserkontakt erneut aufgetragen werden. Häufiges Nachcremen erhöht den Schutz aber nicht.


