Verschiedene Tiere wie Insekten und Amphibien leben über die Haut Atmung. Trifft das auch auf uns zu?
Die Rache des Auric Goldfinger
Der dritte Film in der legendären Bond-Reihe machte nicht nur aufgrund seiner Einspielergebnisse und des Titelsongs auf sich aufmerksam. Vor allem der Erstickungstod des besagten Mädchens gehört zu den unvergessenen Momenten der Filmgeschichte. Dieser fiktive Todesfall war es auch, der den Grundstein zu dem Mythos legte. Gänzlich mit Gold überzogen, war die Haut der Frau nicht mehr in der Lage zu atmen, sie erstickte. Was ist nun aber tatsächlich dran an dieser Erstickungsthese?
Haut Atmung bei Tieren
Objektiv betrachtet scheint die Möglichkeit der Haut Atmung völlig aus der Luft gegriffen zu sein, doch ganz so einfach ist es dann doch nicht. Verschiedene Tiere, darunter Insekten und Amphibien atmen tatsächlich über ihre Haut.
Sensation: auch Säugetiere atmen über die Haut
Forscher der kanadischen McGill und der australischen LaTrobe Universität entdeckten unlängst das einzige Säugetier, das über die Haut atmet. Eine Unterart der australischen Schmalfußbeutelmaus deckt den Sauerstoffbedarf zu Beginn ihres Lebens ausschließlich über die Haut. Direkt nach der Geburt versorgen sich die zu diesem Zeitpunkt nur vier Millimeter großen Nager über die Haut mit dem lebenswichtigen 02. Im Laufe der weiteren Entwicklung nimmt die Hautatmung zugunsten der Lungenatmung immer weiter ab, bis sie schließlich ganz endet.
Haut Atmung beim Menschen wissenschaftlich bewiesen
Und tatsächlich: auch der Mensch atmet über seine Haut. Dermatologen der Bochumer Universität konnten mittels spezieller Sensoren erstmals die menschliche Haut Atmung messbar machen. Die Forscher, dessen Ziel es war, Durchblutungsstörungen frühzeitig zu erkennen, erhielten für ihre Ergebnisse gar den INSTI-Erfinderpreis, ein durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie unterstütztes Projekt. Das Prinzip der menschlichen Hautatmung ist ganz einfach: die Haut nimmt unterschiedlich viel Sauerstoff aus der Luft auf. Je schlechter sie von innen mit Nährstoffen versorgt wird, desto mehr Sauerstoff von außen wird benötigt. Hohe Messwerte, das heißt, eine hohe Hautatmung sprechen für eine schlechte innere Versorgung. Oberste Hautschichten werden in einer Tiefe von 0,4 Millimetern direkt mit dem lebenswichtigen O2 versorgt.
Die Dinge des Lebens
Während die Hautatmung bei den Wirbellosen und einigen Amphibienarten sehr hoch ist, beträgt der Anteil des Menschen gerade mal zwei bis drei Prozent. Trotz der geringen Beteiligung der Haut an der Sauerstoffversorgung kann ein Goldüberzug, der den ganzen Körper bedeckt zu einer Lebensgefahr für den Organismus werden. Denn die in der edlen Substanz enthaltenen Metallanteile können bei einer längeren Tragezeit durchaus zu einer Vergiftung führen. Aus diesem Grund sind metallische Bestandteile in Kosmetika verboten. Bei ganzkörperbedeckenden Farb- oder Kleberschichten würde der Haut auch die Möglichkeit zum Schwitzen genommen, langfristig gesehen reagiert der Körper mit Hitzschlag, eine Folge des überhitzten Organismus. Die Macher der britischen Sendung „Mythbusters“ wollten es ganz genau wissen und überzogen einen Menschen komplett mit Goldfarbe. Bereits nach wenigen Sekunden begann der Proband zu schwitzen und litt unter Kurzatmigkeit. Dennoch; ein kleiner Rest bleibt ungeklärt, denn die Mythbuster-Moderatoren mussten den Test abbrechen, weil der Proband zu starke körperliche Beeinträchtigungen zeigte.


