Dumme Blondine: Besteht tatsächlich ein Zusammenhang zwischen der Haarfarbe und dem Intelligenzquotienten?
Wieder andere sind überzeugt, dass sie die Verkörperung des Blondinen-Bilds schlechthin ist. Etwas dümmlich antwortet sie auf interessierte Journalistenfragen, immer das Lächeln auf dem perfekt geschminkten Gesicht, niemals traurig oder gar schwermütig. Selbst ein Gefängnisaufenthalt war nur ein kurzer Ausflug in dunklere Gefilde.
Die kindliche Verführerin
Vor ihr gab es eigentlich nur Pamela und Marilyn. Letztere prägte das Blondinenbild, wie es auch heute noch Bestand hat. Sinnlich und verführerisch trat sie stets auf. Ihre weiblichen Rundungen verhüllte sie nicht, sondern enthüllte sie in einer Offenheit, die ihresgleichen suchte.
Historisches Blond
Das Image der blonden Verführerin existierte bereits lange vor ihrer berühmtesten Vertreterin. Bereits im antiken Rom liebten römische Frauen die langen blonden Haare ihrer Sklavinnen. Mit Bleichmitteln und aus blonden Haaren gefertigten Perücken versuchten sie ihrem persönlichen Schönheitsideal ein Stück näher zu kommen. Auch Maler waren der Faszination des Blonden erlegen. Schöne Frauen waren auf den Bildern immer blond, selbst, wenn sie es in Wirklichkeit gar nicht waren. Berühmte Beispiele sind die Liebesgöttin Venus, die Jesusmutter Maria und die Madonna.
Sie alle verkörpern das Ideal einer makellosen Schönheit- einer harmonischen Ästhetik, mit dem extra Touch Unschuld. Die helle Haarfarbe ist oft untrennbar mit dem Kindlichen verbunden. In psychologischen Tests sind immer die Frauen die Favoriten, die blond sind und zudem kindliche Gesichtszüge aufweisen. Folgt man dem Prinzip des Kindchenschemas, sind das große runde Augen (im Idealfall blau), eine kleine zierliche Nase und eine gering ausgeprägte Kinnpartie sowie runde Wangen. Die Verbindung aus blonder Haarfarbe und naiver Unschuld ist somit einfach hergestellt. Kinder, verfügen in der Regel noch über wenig Lebenserfahrung und können die Bedeutung von Dingen und deren Zusammenhängen noch nicht erfassen. Weist nun eine blonde Frau ebenjene Gesichtszüge auf, stellt das Gehirn schnell die Verbindung zu den unwissenden Kindern her.
Blondinen genetisch vorprogrammiert
Verschiedene Untersuchungen belegen, dass Blondinen in der Regel als schwächer, naiver und weniger intelligent eingeschätzt werden, als ihre dunkelhaarigen Geschlechtsgenossinnen. Der Psychologe Jerome Kagan vermutet hinter dem „Dummen Blondchen“-Image ein genetisches Gesamtpaket. Er stellte in einer interessanten Untersuchungsreihe einen Zusammenhang zwischen Temperament und Haarfarbe her. So waren die beobachteten Kinder mit heller Haut und blauen Augen eher schüchtern, neigten in neuen Situationen zu ängstlichem Verhalten und Rückzug, während die dunkelhaarigen Kinder beherzter auftraten. Demnach ist also das Äußere (blond und blauäugig) gepaart mit Schüchternheit.
Dumme Blondine: Die Tussi-Verwirrung
Eine französische Studie brachte es jetzt an den Tag: Blondinen machen Männer dumm. Den männlichen Probanden wurden verschiedene Bilder von Frauen unterschiedlicher Haarfarbe vorgelegt. Im Anschluss mussten sie einen IQ-Test absolvieren. Die Männer schnitten deutlich schlechter ab, wenn sie sich vorher Bilder von Blondinen angesehen hatten. Bei brünetten oder schwarzhaarigen Frauen konnte der Leistungsabfall indes nicht beobachtet werden. Sozialpsychologe Thierry Meyer meint eine Erklärung für dieses Phänomen zu haben. So glaubten die geprüften Männer offenbar auch selbst an das Image "dumme Blondine". Instinktiv reduzieren die Männchen ihre Gehirnleistung, um besser kompatibel zu sein, also bessere Paarungschancen zu haben. Kurz: Auch Männer sind vor Stereotypen nicht gefeit. Die britische Zeitung „Sunday Times“ betitelte diese Ergebnisse gar als „Bimbo Delusion“, was übersetzt soviel bedeutet wie „Tussi-Verwirrung“.
Blondinen bevorzugt
Viele Umfragen bestätigen es immer wieder, Männer wählen, wenn sie die Wahl haben, die blonde Frau. Brünette, Schwarzhaarige oder gar Rotschöpfe können mit der kühlen Unschuld einer Blondine offenbar nur sehr schwer mithalten. Evolutionspsychologen wissen genau, warum Männer einer blonden Frau den Vorzug geben. Da diese einen höheren Östrogenspiegel aufweisen, als Frauen anderer Haarfarbe, sind sie auch fruchtbarer. Um ihre Gene erfolgreich weiterzugeben, schwängern Männer also lieber Blondinen. Blond ist aber auch ein Zeichen für Jugend. Denn vor allem kleine Kinder haben diese wunderbaren weißblonden Haare. Später dunkeln sie immer weiter nach, selbst Frauen, die ihre blonde Mähne behalten, müssen ihren hellen Ursprungston künstlich wiederherstellen. Da nun vor allem junge Frauen in der Lage sind, Nachwuchs zu gebären, sind sie es auch, die von männlichen Aspiranten bevorzugt als Partnerin ausgewählt werden. Der Traum ewiger Jugend ist heute (wie damals) nur eine Schachtel Haarfärbemittel (Wasserstoffperoxid) weit entfernt. Bereits damals halfen die großen Filmstars künstlich nach, um dem Ideal zu entsprechen, selbst Marilyn Monroe war eine natürliche Brünette.
Blondinen sterben aus
Verschiedene Boulevardzeitungen, streuten bewusst das Gerücht, dass Blondinen spätestens im Jahr 2200 ausgestorben sein werden. Zitiert hatten die diversen Journalisten eine Prognose der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Blondfans müssen sich aber nicht bangen. Denn es ist sicher nicht damit zu rechnen, dass in den nächsten sieben Generationen das Blondgen komplett aussterben wird. Aber sein Anteil wird drastisch zurückgehen. Forscher schätzen, dass es weltweit nur noch etwa 14 Prozent echter blonder Männer und Frauen gibt. Ursache für den langsamen Rückgang ist der Charakter des verantwortlichen Gens. Der Marker mit dem Merkmal „blond“ ist rezessiv. Das bedeutet in den meisten Fällen, dass ein dominantes Gen, nämlich das mit einer anderen (dunkleren) Haarfarbe dominiert. Nur, wenn zwei solcher rezessiven Gene zusammenkommen, setzt sich die Eigenschaft durch. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn beide Eltern blond sind.


