Erhöht eine vegetarische Ernährung tatsächlich die Lebenserwartung?
Vegetarische Ernährung - Eine Frage des Unterschieds
Im ernährungswissenschaftlichen Sinn verzichtet ein vegetarisch lebender Mensch auf tierische Produkte, welche das im Einzelfall sind, ist eine Abgrenzungs- und Differenzierungsfrage. So schließt ein Veganer jegliche tierische Produkte von seiner Ernährung aber auch seiner Kleidung und anderen Gegenständen des täglichen Bedarfs etwa Pflege- oder Kosmetikgüter aus.
Inkonsequente Vegetarier
Aber nicht nur hinsichtlich ihrer Ernährungsprinzipien, auch bei der Konsequenz, mit der sich Vegetarier an ihre selbst auferlegten Restriktionen halten, bestehen erhebliche Unterschiede.
Adventist-Health-Studie
Das erklärte Ziel aller Vegetarier-Studien ist es, diese spezifische Lebensweise einer genauen Beobachtung zu unterziehen und den Zusammenhang mit der Sterblichkeit herzustellen.
Die größte Untersuchung dieser Art fand unter den amerikanischen Siebenten-Tags-Adventisten statt, eine Glaubensrichtung, welche die größte Gruppe innerhalb der adventistischen Religionsgemeinschaft einnimmt. Insgesamt verzeichnet die Kirche etwa 15 Millionen getaufte Mitglieder, circa 36.000 davon leben in Deutschland. Den Anfang fand die als „Adventist Health Study“ (AHS-1) bezeichnete Untersuchung im Jahr 1976. 12 Jahre lang sammelte man die Daten von etwa 34.000 Adventisten. 29 Prozent von ihnen waren reine Vegetarier, in diesem Fall solche Menschen, die niemals Fleisch oder Fisch konsumieren. Etwa zehn Prozent der Studiengruppe wies sogar noch größere Ernährungsrichtlinien auf, jegliche tierischen Produkte lehnen sie ab (Veganer).
Gesunde Nüsse
Die Ergebnisse überraschten selbst die Forscher der Loma Linda Universität, die bereits optimistische Erwartungen gepflegt hatten. So konnten sie nachweisen, dass die speziellen Ernährungsgewohnheiten der Adventisten das Krebsrisiko aber auch die Gefahr an einer koronaren Herzerkrankung zu versterben, deutlich senkt. Vor allem die bei den Glaubensbrüdern beliebten Nüsse konnte dieser Effekt zugeschrieben werden. Aber auch die reichhaltige pflanzliche Ernährung trug ihren Teil zur Prävention ernährungsbedingter Krankheiten bei.
Längere Lebenserwartung durch vegetarische Ernährung
Die Todesursachen waren auch bei den Vegetariern keine anderen als bei Fleischessern, von Krebs, über Schlaganfall, Diabetes, Grippe und Herzerkrankung reichte das Spektrum, der entscheidende Unterschied lag lediglich im Zeitpunkt des Versterbens. So ereigneten sich all diese Todesfälle zu einem viel späteren Zeitpunkt als bei Mischköstlern. Die Nachfolgestudie AHS-2 läuft bereits seit einigen Jahren, die Wissenschaftler hoffen, insgesamt 125.000 Testpersonen versammeln zu können. Das erklärte Ziel ist, neben der Erfassung des Zusammenhangs zwischen Ernährung und Lebenserwartung auch dem Geheimnis des gesunden Alterns auf die Spur zu kommen.


