Popeye hat uns alle angelogen! Spinat macht keineswegs stark: Der Eisengehalt im Spinat ist längst nicht so hoch wie man uns weismachen will.
Weit reichender Rechenfehler
Dieser Irrglaube beruht auf einem simplen Rechenfehler. Im Jahre 1890 untersuchte Gustav von Bunge den Eisengehalt von getrocknetem Spinat. Was er indes nicht beachtete, war, dass getrocknete Blätter der grünen Pflanze einen zehnmal höheren Wert aufweisen als das frische Produkt. So ermittelte der Physiologe den Höchstwert von 35 Milligramm pro 100 Gramm Spinat. In Wahrheit enthalten 100 Gramm fertig zubereiteter Spinat nur durchschnittlich 2,2 Milligramm Eisen, in frischem Zustand liegen diese Werte nur geringfügig höher.
Bessere Eisenlieferanten
Sogar Schokolade stellt mehr Eisen zur Verfügung als das grüne Gemüse.
Das Spinat-Paradox
Tatsache ist, dass längst nicht alle Eisenvorkommen der genannten Lebensmittel in der vollen Höhe vom Körper aufgenommen werden. Ganz im Gegenteil. Während der Anteil bei den tierischen Eisenquellen etwa 20 bis 30 Prozent beträgt, sind es bei pflanzlichen Produkten gerade mal drei bis acht Prozent. Wichtige Faktoren bei der Essensaufnahme selbst können den Anteil des aufgenommenen Eisens weiter einschränken. So sorgt unter anderem Oxalsäure für eine gestörte Aufnahme. Erstaunlich ist nun, dass ausgerechnet der gesunde Spinat hauptsächlich aus eben dieser Substanz besteht. Im Klartext: Während Spinat im Gegensatz zu anderen Gemüsesorten relativ viel Eisen enthält, wird seine Aufnahme im Darm behindert. Nur sehr wenig vom enthaltenen Eisen kommt auch wirklich dem Körper zugute.
Aufnahme von Eisen steigern
Die Lebensmittelindustrie hat aus der Not eine Tugend gemacht und den Spinat mit dem Blub erfunden. Denn die gleichzeitige Aufnahme von Kalzium erleichtert die Eisenaufnahme im Darm. Auch Vitamin C, etwa in Form eines Orangensafts sorgt für eine bessere Eisenresorption. Eine Tasse schwarzer Tee hingegen bewirkt genau das Gegenteil: die darin enthaltenen Tannine binden das in der Nahrung enthaltene Eisen und verhindern die Aufnahme durch den Darm.
Das grüne Gemüse trotzdem äußerst gesund
Natürlich ist Eisen trotz geringer Eisenwerte überaus gesund. So weisen die Blätter hohe Vitamin- und Mineralstoffwerte auf. Besonders Vitamin C und E, Magnesium sowie Folsäure sind in großen Mengen in Spinat enthalten. Spinat ist und bleibt ein Gesund- und Wohlfühlelixier, da er durch die ebenfalls enthaltenen Carotinoide auch oxidativen Stress- schädliche Umwelteinflüsse- reduzieren kann und somit die Körper- und Hautalterung verlangsamt.


