Führt fettes Essen wie Hamburger und Co. zu Hautunreinheiten und Pickel?
Das ist unsere Haut
Um dem Mythos auf die Spur zu kommen, ist es unabdingbar, die Abläufe bei der Entstehung von Hautunreinheiten zu verstehen. Grund für die gemeinhin als Pickel bekannte Akne sind zwei Faktoren: eine Verhornungsstörung und eine vermehrte Talgproduktion. In der Haut entsteht Talg, der normalerweise über die sogenannten Follikelkanäle abfließt. Nun ist aber bei Aknepatienten zusätzlich eine Störung in der Bildung der Hornzellen zu beobachten.
Die Auslöser der Verhornungs- und Talgbildungsstörung sind noch nicht hinreichend geklärt worden. Eine biologische Ursache ist die vermehrte Hormonbildung, die vor allem pubertierenden Teenagern zum Verhängnis wird.
Ernährung und Akne
Dem populären Ernährungsmythos zufolge, werden Hautunreinheiten und Pickel zwar nicht ausschließlich aber doch anteilig von schlechter Ernährung und fettem Essen mitverursacht. Nicht nur Betroffene auch Hautärzte sagen, dass eine auf Fett und Zucker basierende Ernährung die Entstehung von Hautproblemen begünstigen oder eine bereits bestehende Akne verschlimmern kann. Vor allem stark fettreiche, intensiv gewürzte und süße Lebensmittel sollen an der Entwicklung einer Akne mit beteiligt sein. Schokolade, Kartoffelchips, Nüsse und andere ungesunde Knabbereien stehen im Verdacht einen Akneschub auszulösen. Diese Lebensmittel gelten als „provozierend“, das heißt sie können eine bereits vorhandene Veranlagung intensivieren. Anhänger der Ernährungstheorie sagen, dass die ungesunden Ernährungsgewohnheiten in den westlichen Industrienationen eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Akne spielen. Infolge der vermehrten Zufuhr von raffiniertem Zucker und stark kohlenhydratreichen Lebensmitteln steigt die Insulinausschüttung an. Zudem wird ein dem Insulin stark ähnlicher Stoff: IGF-1 gebildet. Bedingt durch diese beiden Stoffe kommt es zu einem Überschuss an männlichen Hormonen (Androgene). Diese sind maßgeblich an der vermehrten Produktion von Talg in der Haut verantwortlich. Wenn man bemerkt, dass sich Hautprobleme nach dem Genuss besonderer Speisen einstellen, sollten Betroffene diese meiden. Aber nicht nur der Konsum bestimmter Nahrungsmittel, auch der Mangel an bestimmten Nährstoffen wird für die unschönen Hautunreinheiten verantwortlich gemacht. Hautärzte sagen, dass vor allem Vitamin A, E und Zink zu einer gesunden Haut beitragen. Bei ausreichender Versorgung mit ebendiesen Nährstoffen heilen die Entzündungen in der Haut schneller ab, denn der Körper kann sich mithilfe der gesunden Vitalstoffe selbst heilen. Als Salbe aufgetragen, wirkt vor allem Zink antibakteriell.
Aknefreie Eskimos
Für die Ernährungstheorie spricht, dass bei Eskimos solche, bei uns recht verbreiteten Hauterkrankungen, unbekannt sind. Voraussetzung für eine gesunde Haut ist bei dieser Volksgruppe die traditionelle Kost, die aus gleichen Anteilen Omega-6-Fettsäuren (entzündungsfördernd) und Omega-3-Fettsäuren besteht. Sobald die Eskimos jedoch ihre Ernährung dem westlichen Standard angepasst haben, zeigten sich auch bei ihnen Veränderungen der Haut.
Hautunreinheiten kein rein biologisches Phänomen
Während der Zusammenhang zwischen Akne und Ernährung wissenschaftlich noch belegt werden muss, sind andere Faktoren erwiesenermaßen an der Entstehung von Hautunreinheiten beteiligt. So kann eine nicht ausreichende Hygiene oder ein Zuviel an Pflegeaufwand diese Erkrankung begünstigen. Übermäßige Reinigung bewirkt einen gegenteiligen Effekt, anstatt sich der lästigen Pickel zu entledigen, wird der wichtige Säureschutzmantel zerstört. Auch die Anwendung falscher Pflege- und Kosmetikprodukte- kann zu Unreinheiten führen. Falsch heißt in diesem Zusammenhang, dass die Pflege nicht auf den individuellen Hauttyp abgestimmt ist. Häufiger Kontakt zwischen den Händen, die Keimüberträger Nummer eins sind, und dem Gesicht führt ebenfalls zu Pickeln. Das „Bearbeiten“ der bereits vorhandenen Stellen kann eine Ausbreitung der Entzündung im ganzen Gesicht noch zusätzlich fördern.
Hauptursache ist aber ein Hormonungleichgewicht. Dieses kann durch ungeeignete Medikamente oder eine auf die individuelle Situation nicht angepasste Antibabypille noch verstärkt werden, sodass sich verstärkt Hautprobleme zeigen. Auch kurz vor und nach der Menstruation beobachten Frauen eine verstärkte Neigung zu Pickelchen.
Starker Stress, Schlafmangel, aber auch starker Zigaretten- und Alkoholkonsum haben - neben fettem Essen - ebenfalls einen großen Einfluss auf die Haut.


