Eine Lungenentzündung ist der WHO zufolge die am häufigsten zum Tod führende Infektionskrankheit. Besonders alte Menschen sind gefährdet.
Eigentlich harmlos – aber nur für gesunde Menschen
Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge ist eine Lungenentzündung die weltweit am häufigsten zum Tod führende Infektionskrankheit. Besonders ältere Menschen, Säuglinge und Menschen mit chronischen Erkrankungen sind aufgrund ihres bereits geschwächten Immunsystems gefährdet, an der Entzündung zu versterben. Zu den begünstigenden Erkrankungen gehören unter anderem Leiden des Herz-Kreislauf-Systems, Grippe, Masern oder Keuchhusten.
Typische und untypische Symptome
Mediziner unterscheiden zwischen einem typischen und atypischen Beschwerdebild. Charakteristisch ist der plötzliche Beginn, Husten und Atemnot treten plötzlich auf. Auch hohes Fieber, Schüttelfrost, Schmerzen in der Brust und erhöhte Atemgeschwindigkeit sind typische Anzeichen für eine Lungenentzündung.
Der atypische Verlauf hingegen zeichnet sich durch einen langsamen Beginn aus, die Atmung ist zwar etwas schneller als gewöhnlich, jedoch ist kein Husten vorhanden und auch das Blutbild zeigt keine Auffälligkeiten. Außerdem ist die Körpertemperatur der Betroffenen nur leicht erhöht.
Ärztliche Diagnose
Wenn der Arzt eine Lungenentzündung vermutet, wird er bestimmte Untersuchungen vornehmen lassen, um seinen Verdacht zu bestätigen.
Therapie
Um die Erreger abzutöten, werden Antibiotika verabreicht. Zusätzlich wird eine symptomatische Therapie gestartet, die auf die Linderung der Beschwerden abzielt. Dazu gehören unter anderem die Gabe fiebersenkender Medikamente, Flüssigkeitszufuhr und künstlich verabreichter Sauerstoff.
Komplikationen
Bei gesunden Menschen heilt eine Lungenentzündung nach etwa zwei bis drei Wochen aus, anders verläuft die Erkrankung jedoch, wenn Komplikationen auftreten. So kann eine Pneumonie zu einem septischen Schock und einem Atemstillstand führen. Im Lungengewebe können sich zudem Eiteransammlungen (Abszesse) bilden. Wenn sich der Zustand verschlechtert, muss der Patient umgehend in ein Krankenhaus, nur hier sind intensivmedizinische Maßnahmen möglich etwa die Injektion wirksamer Medikamente direkt in die Blutbahn. Eine weitere Komplikation besteht in der Entwicklung einer chronischen Lungenentzündung. Wenn nach acht Wochen noch immer Anzeichen für eine Infektion vorhanden sind, spricht man von einer dauerhaften Lungenentzündung. In so einem Fall muss ein Arzt nach anderen Ursachen suchen beispielsweise mithilfe einer Bronchoskopie oder der Computertomografie. Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch Instituts empfiehlt seit dem Jahr 2006 eine Impfung gegen Pneumokokken für Kinder ab dem zweiten Lebensmonat. Wer als Kind nicht gegen eine Lungenentzündung immunisiert wurde und zu den gefährdeten Personen zählt, sollte eine Impfung schnellstmöglich nachholen.


