Gesundheit

Ernährung bei Diabetes

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Diabetes bedeutet heute nicht mehr die Einhaltung einer strengen Diät. Die Ernährung bei Diabetes sollte ausgewogen sein

Mittlerweile weiß man, dass nach der Diagnose „Diabetes mellitus“ keine übermäßig strenge Diät eingehalten werden muss, wie das früher vermutet wurde. Hier steht lediglich eine gesunde und ausgewogene Ernährung im Mittelpunkt um die Ernährung bei Diabetes richtig einzustellen

Welche Ernährung bei Diabetes geeignet?

Für den Patienten, der unter Typ-2-Diabetes leidet, ist eine fehlerhafte Ernährung meist das Übel, welches zu der Krankheit geführt hat. Je stärker das Übergewicht ausgeprägt ist, desto weniger sprechen die Körperzellen auf Insulin an. Die Bauchspeicheldrüse ist enorm belastet. Durch eine Gewichtsreduktion kann sich dieser Effekt jedoch umkehren. Im Grunde genommen gelten für Diabetiker dieselben „Essregeln“ wie für Menschen, die keinen Diabetes haben. Eine gesunde und abwechslungsreiche Kost ist aber insbesondere bei Diabetikern außerordentlich wichtig. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt den täglichen Energiebedarf mit 55 bis 60 Prozent in Form von Kohlenhydraten zu decken, der Fettanteil sollte 30 Prozent nicht überschreiten.

Etwa zehn bis 15 Prozent des Energiebedarfs sollte über Eiweiß gedeckt werden, hier sollte aber auf viel tierisches Eiweiß verzichtet werden. Wichtig ist zudem, dass öfter am Tag kleine Mahlzeiten verteilt werden und keine großen Mengen auf einmal verdrückt werden. Es gibt Schulungsprogramme, in denen man eine gesunde Ernährung, gerade bei Diabeteserkrankten, erlernen kann. Diabetisch hilfreich ist jedenfalls eine kohlenhydratreiche, fett- und kochsalzarme Kost mit einem hohen Anteil langsam resorbierbarer Kohlenhydrate.

Gute und schlechte Fette
Insbesondere Menschen, die abnehmen möchten oder müssen, sehen in Fett den Feind Nummer eins, und tendieren auch gern mal dazu den Fettkonsum nahezu einzustellen. Der Körper ist aber stark auf Fett angewiesen, denn dieses wird benötigt, um fettlösliche Vitamine wie A, D, E und K im Magen-Darm-Trakt aufzunehmen. Fette sind die energiereichsten Nahrungsstoffe, ein Gramm hat schon etwa neun Kalorien, sie dienen in erster Linie als Energielieferant und ebenfalls als Energiespeicher.

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Sie liefern essenzielle Fettsäuren, daneben auch Cholesterin, welcher als Zellbaustein und Hormonvorläufer dient. Aus der Nahrung aufgenommene Fette sind hauptsächlich Triglyceride, hierbei handelt es sich um Verbindungen von Glycerol und drei Fettsäuren. Tierische Fette, bis auf Meeresfische, bestehen hauptsächlich aus gesättigten Fettsäuren, während pflanzliche Fette meist einen höheren Gehalt an ungesättigten Fettsäuren aufweisen.

Vorteile der guten Fette
Diabetiker sollten zwar an Fett sparen, gerade wenn sie übergewichtig sind, jedoch sollten sie dies nicht übertreiben. Fett ist in vielen Speisen für die Würze wichtig, da es als Geschmacksverstärker dient. Die günstige Auswahl von Fett in Mahlzeiten ist sehr wichtig, es kommt nicht auf die Menge der Fette sondern auf die Qualität an. So ist bei gesättigten Fettsäuren und versteckten Fetten in Wurst, Käse und Keksen Vorsicht geboten. Gesättigte Fettsäuren beeinflussen den Cholesteringehalt im Blut und führen zu einer Erhöhung des weniger guten LDL-Cholesterins. Einfach ungesättigte Fettsäuren können dagegen LDL-Cholesterin senken und den Anteil des guten HDL-Cholesterins steigen lassen. Hier ist die wichtigste Fettsäure die Ölsäure, die insbesondere in Olivenöl und Rapsöl vorkommt. Rapsöl ist auch reich an Linol- und Linolensäure, die essenziell für den Menschen sind. Die mehrfach ungesättigten Fettsäuren haben einen deutlicher positiven Effekt auf den LDL-Cholesterinspiegel als die einfach Ungesättigten. Daneben haben sie auch Einfluss auf die Senkung der Triglyceride, was den Blutdruck senken kann. Wichtige Öle sind hier Weizenkeim- und Sonnenblumenöl sowie Fischöl. In fettreichen Fischen ist der Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, vor allem der Omega-3-Fettsäure, besonders hoch. Diese Fettsäuren haben günstige Effekte auf den Fettstoffwechsel, können Blutgefäße schützen und so das Risiko Herzkrankheiten zu erleiden mindern.

Eiweiß
Eiweiße versorgen den Körper insbesondere mit Aminosäuren, die für die Herstellung körpereigener Proteine unverzichtbar sind. Der Körper kann von den 20 natürlich vorkommenden Aminosäuren, die für den eigenen Proteinaufbau benötigt werden, neun nicht selbst herstellen. Diese müssen folglich mit der Nahrung aufgenommen werden. Zu diesen Aminosäuren gehören zum Beispiel Leucin, Valin und Threonin. Zu viel Eiweiß kann aber die Niere belasten. Daher ist gerade bei einer bestehenden Nierenkrankheit besonders auf den Eiweißverzehr zu achten, der dann etwas gesenkt werden muss. Besonders günstige Einweißlieferanten sind in gemischter Form Fisch, Milchprodukte und Hülsenfrüchte sowie Kartoffeln und Vollkorngetreide.

Ballaststoffe
Ballaststoffe sind nichtverdauliche Pflanzenbestandteile, wie zum Beispiel Zellulose und gehören zu den Mehrfachzuckern. Diese weisen ein großes Quellvermögen auf und regen so die Darmtätigkeit an. Da das menschliche Verdauungssystem die Ballaststoffe nicht aufspalten kann, helfen sie, ein längeres Sättigungsgefühl zu empfinden. Menschen mit Diabetes können mit der Aufnahme von Ballaststoffen mögliche Heißhungerattacken dämpfen oder verhindern.

Kohlenhydrate: Glykämischer Index und glykämische Last
Was ein Diabetiker in jedem Fall lernen und besondere Beachtung schenken sollte, ist die Auswahl der Kohlenhydrate. Hierzu gibt es einige Maßeinheiten, an denen man sich orientieren kann. So hat sich zum einen der glykämische Index (GI) bei der Nahrungsauswahl bewährt. Der glykämische Index ist ein Maß für die Höhe des Blutzuckerspiegels nach der Zufuhr von 50 Gramm Kohlenhydraten eines Lebensmittels. So wird auch das Maß der Insulinausschüttung festgelegt. Als Referenzsubstanz wird hier Glukose (GI = 100) genommen. Ein niedriger Index unter 51 bedeutet, dass nach dem Essen der Blutzuckerspiegel nur gering ansteigt, während ein hoher Index ab 70 auf einen schnellen Anstieg des Blutzuckers hinweist. Somit beschreibt der GI die Qualität der aufgenommenen Kohlenhydrate. Aber auch die Kohlenhydratmenge ist für das Ausmaß auf den Blutzuckerspiegel von Bedeutung. Es muss also bei der Betrachtung des GI auch die Portionsgröße berücksichtigt werden, weswegen man die glykämische Last (GL) errechnen sollte. So können Lebensmittel denselben GI haben, die glykämische Last ist jedoch verschieden. Der GL errechnet sich aus dem Produkt des GI und der verwertbaren Kohlenhydratmenge in Gramm pro Portion des Lebensmittels dividiert durch 100. So ergibt sich für ein normales Weizenbrötchen, das circa 45 Gramm und einen GI von 73 sowie 25 Gramm Kohlenhydrate enthält, eine GL von 18. Ein Kürbis hat dagegen beim selben GI eine GL von lediglich sieben. Man spricht bei einem Wert von weniger als zehn von einer niedrigen und bei Werten über 19 von einer hohen glykämischen Last. Die GL wird als Indikator für die glykämische Antwort auf den ausgelösten Insulinbedarf genutzt.

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