Gesundheit

Vitamin B6 – Der Bauleiter unter den Vitaminen

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Die Substanz des Körpers basiert auf einem gut funktionierenden Eiweiß-Stoffwechsel. Hierzu wird das Vitamin B6 unbedingt gebraucht.

Schon 1938 wurde das Vitamin von zwei Forscherteams, einem amerikanischen und einem deutschen, entdeckt. Pyridoxin, wie das Vitamin B6 auch genannt wird, stellte sich als sehr wichtiger und regelnder Bestandteil des Eiweißstoffwechsels heraus.

Der Eiweißstoffwechsel
Eiweiß wird bildhaft als Baustein des Körpers bezeichnet. Obwohl ein Kohlenhydrat, dient es weniger der Energiegewinnung, sondern wird zur Aufbau und zum Erhalt der Körpersubstanz gebraucht. Eiweiße, die wir mit der Nahrung aufnehmen, werden vorerst in ihre einzelnen Bestandteile zerlegt, die als Aminosäuren bezeichnet werden. Aus diesen Aminosäuren wiederum macht der Körper dann seine eigenen Eiweiße, die er für bestimmte Erhaltungszwecke oder Aufbauten braucht.
Vitamin B6 wirkt dabei wie ein Bauleiter, denn es ist an mehr als sechzig Enzymsystemen des Eiweiß- und Aminosäurestoffwechsels beteiligt und regelt den Eiweißverkehr im Körper. Wenn Vitamin B6 also fehlt, kommt es zu einem Baustopp und die körpereigenen Eiweiße werden nicht mehr hergestellt.

Mangelerscheinungen
Wenn kein oder nur wenig Pyridoxin im Blut vorhanden ist, so ist der gesamte Eiweißstoffwechsel gestört und blockiert.
Da dieser aber für die Funktion jeder Zelle lebenswichtig ist, kommt es schon bald zu schlimmen Mangelerscheinungen, die jedes Organ betreffen. Besonders empfindlich auf einen Mangel reagieren Gehirn und Nervensystem – diese basieren auf einem störungsfreien Ablauf des Eiweißstoffwechsels.
Krampfzustände, Appetitlosigkeit, Durchfälle und Erbrechen gehören zu den typischen Mangelerscheinungen. Auch die Haut reagiert bei einem Pyridoxin-Mangel empfindlich mit trockenen und schuppigen Rötungen um Augen, Nase und Mund. Letztlich zeigt auch das Nervensystem Ausfallerscheinungen.

Vorkommen und Bedarf
In geringen Mengen kommt Vitamin B6 in fast allen Lebensmitteln vor. Besonders viel ist es in Fleisch und Innereien zu finden. Aber auch Obst und Gemüse sind Träger einer relativ großen Menge von Pyridoxin. Hier wären zum Beispiel Kartoffeln, Karotten, Erbsen, Grünkohl und Bohnen zu nennen, die Banane ist im Obst-Bereich ein sehr guter Lieferant.
Gesundheit
Auch Brot und andere Getreideprodukte enthalten viel Vitamin B6, wohingegen Milch und Milchprodukte eher weniger Pyridoxin enthalten. Regelrechte Vitamin-B6-Bomben sind Fischarten wie Makrele und Sardine, sie enthalten so viel B6 wie in Rinderleber zu finden ist.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen eine tägliche Dosis von 1,6 bis 1,8 Milligramm. Dieses ist aber eine relative Empfehlung. Da die benötigte Menge an B6 mit dem Eiweißkonsum steigt, sollte dies nur als Vorschlag gesehen werden. Menschen, die sich viel von Fleisch, Fisch und Milchprodukten ernähren, sollten ihren Vitamin-B6-Konsum erhöhen.

Personengruppen mit möglichem Mangel
Eine Risikogruppe, bei der des öfteren ein sehr niedriger Vitamin-B6-Mangel festgestellt wurde, sind Frauen, die kontinuierlich die Anti-Baby-Pille einnehmen, denn diese stresst den Pyridoxin-Haushalt und erhöht den Bedarf. Auch bei bestimmtem Medikamenten, wie zum Beispiel dem Antibiotikum Cyloserin oder dem Tuberkulose-Mittel Isonazid muss die ausreichende Versorgung mit Vitamin B6 durch zusätzlich eingenommene Präparate gesichert sein.
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