Eine besondere Rolle kommt Folsäure, wie Sibylle schon erwähnt, den Schwangeren zu. Wissenschaftlich unbestritten ist, dass eine ausreichende Folsäureversorgung in der Frühschwangerschaft beim ungeborenen Kind das Risiko für Neuralrohrdefekte, wie einen offenen Rücken, vermindert. Einige Studien deuten auch darauf hin, dass frühe Fehlgeburten, eine Schwangerschaftsvergiftung (http://www.optikur.de/community/thema/woran-erkenne-ich-dass-ich-schwangerschaftsvergiftung-habe#post-48643) und eine vorzeitige Plazentalösung bei Folsäuremangel etwas häufiger sind. Frauen, die eine Schwangerschaft planen, sollten deshalb möglichst schon einen Monat vor Eintritt der Schwangerschaft zusätzlich ein Folsäurepräparat einnehmen, denn der Bedarf ist selbst bei bewusster Ernährung mit viel grünem Gemüse allein nicht zu decken. Nach der 12. SSW hat die Folsäure zwar keinen Effekt mehr auf das Neuralrohr des Ungeborenen, denn die Organbildung ist im ersten Drittel der Schwangerschaft abgeschlossen. Trotzdem ist es nicht unvernünftig, weiter Folsäure einzunehmen. Sie ist nämlich ein unverzichtbarer Baustein bei der Neubildung von Zellen und deshalb an vielen wichtigen Prozessen im Körper des ungeborenen Kindes beteiligt. Und auch der werdenden Mutter tut eine erhöhte Folsäurezufuhr gut: Sie hilft bei der Vermeidung einer Blutarmut und soll sogar das Risiko für Darmkrebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen langfristig senken. Über die Folgen einer Überdosierung von Folsäure ist nichts bekannt. Bei gleichzeitiger Einnahme bestimmter Epilepsie-Medikamente oder bei einer chronischen Darmerkrankung muss die empfohlene tägliche Dosis sogar auf bis zu 5 mg gesteigert werden.