Thursday 2.September.2010
 

Monatsarchiv für August, 2009

SocialNetworks

Zugegeben, ich bin eine Gefangene. Ich bin eine Gefangene der Social Networks dieser Welt, der sogenannten sozialen Netzwerke. Ja, ich bin ihnen tatsächlich ins Netz gegangen. Dabei fing alles zunächst so harmlos an. Eine Kommilitonin fragte mich, ob ich denn schon studiVZ kennen würde und ob ich nicht auch beitreten wolle. Nein, kannte ich nicht, brauchte ich bis dato auch nicht, eigentlich genauso wenig, wie ich damals auch sehr gut ohne Handy auskam.

Und heutzutage? Es vergeht in der Tat kein Tag, an dem ich nicht mindestens einmal meine Nachrichten auf meiner Profilseite bei studiVZ prüfe oder mich über lustige Fotos meiner Freunde bei Facebook amüsiere. Na ja, sind ja zudem auch ganz praktisch diese sozialen Netzwerke, versuchte ich mir zunächst einzureden. Statt der lästigen SMS schnell umsonst Nachrichten verschicken, schnell neue Leute kennenlernen und alte Schulfreunde wiederfinden und zudem immer über alles und jeden auf dem neuesten Stand sein.

Ungünstig dabei – der Suchtfaktor. Wenn ich mal wieder so vor dem PC sitze und eigentlich viel Sinnvolleres zu tun hätte als meine Freunde in mehr oder weniger witzige virtuelle Gruppen einzuladen frage ich mich ernsthaft, wie es so weit hat kommen können. Nein, ich bin kein Computer-Freak, der sonst keine Freunde hat, ich gehe regelmäßig aus und treffe mich auch mit „realen“ Freunden. Leider sind auch die mittlerweile den sozialen Plattformen ins Netz gegangen, es geht anscheinend einfach nicht mehr ohne. So kann ich mit meiner besten Freundin am Telefon tratschen während wir uns beide gleichzeitig über Facebook Einträge auf der virtuellen Pinnwand hinterlassen oder uns gegenseitig auf Fotos verlinken.

Klar, die Frage nach dem warum hat sich mir schon oft gestellt. Vielleicht ist die nackte Neugier einfach selbst die treibende Kraft, wenn man sich Profilseiten von Personen ansieht, die man eigentlich nur oberflächlich kennt. Wir alle geben kleinlaut zu, uns im Laufe der Zeit zu kleinen „Stalkern“ entwickelt zu haben und das nicht, weil man kein eigenes Leben mehr hat sondern einfach, weil ein klein wenig Gossip hier und da schon verdammt Spaß machen kann.

Trotz der Gefahren, die von solchen Seiten ausgehen und auch wenn manch peinliches Foto eventuell in die falschen Hände geraten kann bin ich dennoch davon überzeugt, dass die Social Networks auch ihre positive Seiten haben. So schien es mir nach einem Auslandsaufenthalt in den USA unmöglich mit all den neuen Freunden aus verschiedenen Ländern in Kontakt zu bleiben. Umso mehr habe ich mich bei Facebook oder bei studiVZ über gemeinsame alte Fotos und über meine Einladungen gefreut, einfach mal zu Besuch zu kommen. Und die Zeit dazwischen? Die haben wir einfach mit „gruscheln“ oder „poken“ überbrückt.

Autor: MS

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