Thursday 2.September.2010
 

Monatsarchiv für Januar, 2009

Solarium_1.jpgGerade im trüben Winter will man den aschfahlen Teint gerne loswerden und gegen eine gesunde Hautfarbe eintauschen. Momentan haben wir in Deutschland einen grauen Winter. Einen kalten, dunklen und trostlosen Winter. Wer das nicht aushält, geht dann schon mal ins Solarium. Doch man kann es mit den Sonnenstudiobesuchen auch viel zu bunt (beziehungsweise orange!) treiben, wie Hollywood es uns vormacht.
Es klingt wie ein Scherz, doch im angloamerikanischen Raum spricht man mittlerweile von „Tanorexia“. Der Begriff ist eine englische Wortschöpfung aus „tan“, also Bräune und „anorexia“ zu deutsch Magersucht. Der Begriff klingt ein wenig geschmacklos, wenn nicht gar absurd, hat aber mit Essensverweigerung nichts zu tun. Vielmehr geht es um eine Bräunungs- oder Solariumssucht.

Weit verbreitet ist der „Verbrannte-Erde-Look“ selbstverständlich in Hollywood und Umgebung. Schließlich sind neue Süchte in Hollywood ähnlich chic wie die neue It-Bag. Und billiger als die Designerhandtasche ist die Trendsucht auch noch. Doch einen Nachteil hat die Krankheit doch: Man sieht unendlich albern aus. Tara Reid hat zwar mit ihren diversen anderen Süchten gerade genug Probleme, trotzdem möchte man ausrufen: „Tara, nur einmal – verzichte auf die Bräunungscreme und nimm normale Bodylotion!“ Auch die Simpsonsschwestern Jessica und Ashlee können nicht ohne den Toasterlook. Gerade Frauen mit beträchtlicher Oberweite scheinen von der Terracottafliesenhaut angetan. Nur so kann man erklären, dass Busenwunder Pamela Anderson und Katie Price um die Wette ihre orangefarbenen Dekolletés der Welt präsentieren. Auch Männer können unter der Bräunungssucht leiden. Bestes Beispiel: Christiano Ronaldo und der Gott der vorpubertierenden Mädchen Zac Efron. Selbst durchaus stilbewusste Männer wie Designer Valentino und leider auch Al Pacino übertreiben es öfter mal mit der künstlichen Bräune.
Wer jetzt denkt: „Typisch Hollywood, aber soweit kommt es ja hier Gott sei Dank nicht!“, dem sollten diese zwei Worte reichen: Gülcan. Kamps. Wem das nicht genug ist: Dieter. Bohlen. Doch nicht nur die Promis gehen mit der künstlich erzeugten Bräune oft viel zu weit. Auch genügend Otto-Normalverbraucher mögen den Hautton irgendwo zwischen zu lang gekochtem Hummer und ungepflegtem Leder. Ein Wolfgang oder eine Hannelore im Latinlook sehen jedoch noch seltsamer aus als eine gegrillte Jennifer Aniston. Kalifornien hat eben deutlich mehr Sonnenstunden als Castrop-Rauxel …
Dabei weiß doch mittlerweile jeder, dass Besuche im Solarium ein verzögertes Todesurteil für die Haut sind. Wer dann gleich ein paar Mal am Tag in Sonnenstudio geht – erst dann spricht man von Tanorexia – der geht nicht nur das Risiko einer Hautkrebserkrankung ein, sondern fleht den Hautkrebs auf Knien an, ihn anzustecken. Süchtig wird man dadurch, dass ein Sonnenbankbesuch Endorphine freisetzt. Die will der Körper dann immer wieder. Passt man nicht auf, wird man abhängig. Weniger schädlich, aber trotzdem unschön ist die übertriebene Anwendung von Selbstbräunern – besonders dann, wenn man wie Lindsay Lohan regelmäßig seine Füße beim Sprühen vergisst.

Dabei weiß doch heutzutage jeder: Blass ist beautiful. Anne Hathaway, Scarlett Johansson, oder Heike Makatsch sehen gerade dank ihres hellen Teints umwerfend aus. Für Bräunungswütige gilt dagegen: Niemand, der die Hautfarbe einer Terrakottafliese hat, sieht attraktiv aus! Wenn es Victoria Beckham schon nicht steht, dann uns auch nicht. Punkt.

Autor: SH

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