Thursday 2.September.2010
 

Monatsarchiv für Januar, 2008

EU.jpgErschreckende Zahlen veranlassen nun die EU zum Einschreiten in die Nahrungsmittelkennzeichnung. Unter den knapp 500 Millionen Einwohnern leiden allein rund 22 Millionen Kinder unter teilweise starkem Übergewicht. Und Jahr für Jahr steigt die Zahl um weitere 350.000. Aber woran liegt das? Und was kann man dagegen tun? Erste Lösungsansätze gibt es bereits in Großbritannien. Dort sind viele Lebensmittel farblich gekennzeichnet, um den Verbrauchern mit Rot, Gelb und Grün zu signalisieren, was wenig, in Maßen und unbedenklich verzehrt werden kann. Nun wird darüber diskutiert, ob diese Vorgabe nicht zu sehr in die Entscheidungsfreiheit eingreift.

EU-Gesundheitskommissar Markos Kyprianou schlug nun vor, auf den Nahrungsmitteln einheitlich zu kennzeichnen, wie viel von den fünf wichtigsten Nährwerten in dem jeweiligen Produkt pro 100 Gramm oder Milliliter enthalten sind. Diese sind Kalorien, Fett, gesättigte Fettsäuren, Zucker und Salz. Es soll nicht das Ziel sein, dem EU-Bürger ein tägliches Menü vorzuschreiben, sondern mittels informeller Aufklärung die Auswahl an gesunden Produkten zu erleichtern. Diese Reglung soll allgemein für alle Lebensmittel gelten, jedoch von den einzelnen Staaten beliebig ausgeweitet werden können.

Im Besonderen wird dabei auf klein portionierte Produkte, wie Joghurt oder Schokoriegel eingegangen. Hier sind die Angaben jeweils pro Portion zu kennzeichnen. Eine Ausnahme bilden alkoholische Getränke. Diese heikle Gruppe wehrt sich gegen die Kennzeichnung. Gerade die Brauereien wollen nicht auf den hohen Zuckergehalt in ihrem Bier hinweisen. Ebenso verhält es sich bei Wein. Da diese Produkte allerdings ohnehin EU weiten Regelungen unterliegen, könnte hier eine Regelung auf ebendieser Ebene folgen.

Mischgetränke wie Alcopops sollen wiederum eine Ausnahme bilden. Da teilweise Fruchtsaft enthalten ist, soll hier eine einheitliche Kennzeichnung erfolgen, um den Mischgetränken keinen Vorzug zu gewähren.

Zusätzlich zu den Nährwertangaben, soll nun auch der Bezug ausländischer Zutaten bei einem Produkt „hergestellt in Deutschland” angegeben werden. Ein Beispiel wäre „made in EU”.

Bis der Vorschlag Gesetz wird, dauert es allerdings noch. Zunächst muss eine Zustimmung vom Parlament und den Mitgliedsstaaten erfolgen. Anschließend haben kleine Unternehmen fünf, große drei Jahre Zeit, um ihre Produkte entsprechend zu kennzeichnen.

Ob diese Lösung eine allgemeine Gewichtsreduktion nach sich zieht, sei dahingestellt. Ob überhaupt darauf geachtet wird, was gesund oder ungesund ist, das ist die andere Frage. Dass die vielen Fast Food Ketten und Tiefkühlpizzen keine ausgewogene und gesunde Kost darstellen, dürfte allerdings jetzt schon bekannt sein.

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Kaffe_Felgeburt.jpgDurchschnittlich trinkt jeder Deutsche drei bis vier Tassen Kaffee pro Tag. Der Genuss wird jedoch des Öfteren von einem schlechten Gewissen getrübt, denn das belebende Getränk steht unter Verdacht, der Gesundheit zu schaden. Wie verschiedene Studien belegen, gibt es indessen viele gesundheitsfördernde Eigenschaften. Der Schutz vor Herzinfarkten, Gallensteinen und Krebs sind die am häufigsten genannten. Selbst Lebensmittelkritiker sind dem Kaffee wohlgesonnen.

Allerdings gibt es, wie bei fast jedem Lebensmittel, auch Gegenstudien. Die neueste kommt aus den USA und untersucht den Zusammenhang von Kaffeekonsum während der Schwangerschaft und Fehlgeburten. Die Forscher um De-Kun Li aus San Francisco verfolgten im Auftrag einer Versicherung die Schwangerschaft von rund 1.000 Frauen und untersuchten dabei ihre „Kaffeegewohnheiten”. Ihr Fazit: Bei einem Konsum von über 200 Milligramm Koffein pro Tag, das entspricht etwa zwei Tassen Kaffee, erhöht sich das Risiko einer Fehlgeburt um das Doppelte. Frauen, die weniger als 200 Milligramm am Tag zu sich nahmen, hatten immerhin noch ein um 40 Prozent erhöhtes Risiko, verglichen mit den Frauen, die sich in Koffeinabstinenz übten.

Das Besondere an dieser Studie ist, dass sie erstmals morgendliche Übelkeit und ähnliche Schwangerschaftsbeschwerden mit einbezogen hat, die sich auf den Koffeinkonsum auswirken können. Dadurch könnte ein direkter Zusammenhang zwischen Koffein und den Fehlgeburten festgestellt werden. Bei früheren Studien standen auch weitere im Kaffee enthaltene Stoffe unter Verdacht. Andere koffeinhaltige Getränke, wie zum Beispiel Cola, hätten gleiche Auswirkungen bei ähnlich konsumierten Mengen.

Die Problematik ergibt sich dabei in der Gebärmutter. Das Koffein erreicht über den Mutterkuchen den Fötus und kann von dessen noch schlecht entwickeltem Organismus nur schlecht abgebaut werden. Zudem besteht der Verdacht, dass das Zellwachstum und die Durchblutung negativ beeinflusst werden.

Wer dennoch nicht vollständig auf den Kaffee in der Schwangerschaft verzichten kann, dem wird von Experten geraten, lediglich eine Tasse am Tag zu trinken. Das gilt, trotz der Untersuchungen, als unbedenklich.

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Cranberry.jpgDem Verwandten der Heidel- und Preiselbeere wird schon seit Längerem eine universelle gesundheitsfördernde Wirkung zugeschrieben. Doch was genau ist und bewirkt diese, hierzulande fast als Exot geltende Frucht?

Die Beere stammt aus Nordamerika und wird auch hauptsächlich dort angebaut, vornehmlich in Neuengland. Dass sie eine heilende Wirkung besitzt, wussten schon die Indianer. Mit speziellen Verfahren geerntet, gehört sie heute zu einem unverzichtbaren Bestandteil des Thanksgiving Festessens. Der Name Cranberry, Kranbeere auf deutsch, wird von der Blütenform der Pflanze hergeleitet, die einem Kranichschnabel ähnelt. Auf Grund der vielfältigen Wirkungen findet die Beere auch in Deutschland, Europa und Asien eine zunehmende Beliebtheit und wird mittlerweile auch hier in kleinem Stil angebaut.

Doch was genau ist nun diese gepriesene Wirkung?

Zunächst sind starke Antioxidantien enthalten, die das Wachstum von Krebszellen eindämmen und positive Effekte bei Arteriosklerose, Magengeschwüren und Herzerkrankungen haben. Die zentrale Bedeutung liegt allerdings in ihrer Eigenschaft, Bakterien an der Bildung eines Biofilms zu hindern. Dieser Biofilm ist eine Art Schützhülle, die sich um einen Bakterienverband schließt, um diesen resistenter gegen äußere Einwirkungen, wie zum Beispiel die der Immunabwehr des Körpers zu machen. Zusätzlich bilden einige Inhaltsstoffe eine Art Teflonschicht um die Körperzellen, wodurch Bakterien und andere Erreger nur sehr schwer eine Andockstelle finden und sozusagen einfach abprallen. So wird die Cranberry beispielsweise in der Behandlung von häufigen Blasenentzündungen und anderen Harnwegsinfektionen seit einiger Zeit erfolgreich präventiv eingesetzt. Dies wurde durch klinische Studien sowie verschiedene Erfahrungsberichte mehrmalig nachgewiesen.

Wer an einer Neigung zu Blasenentzündungen leidet, dem empfehlen Experten eine Dosis von zwei Gläsern Cranberrysaft am Tag. Alternativ kann man die Beere auch in Tablettenform zu sich nehmen, allerdings sollte man bei einer Blasenentzündung ohnehin viel trinken. Zumal die Beere einen sehr besonderen Geschmack aufweist.

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Light_Zigarette.jpgFrüher als Light-Zigaretten bekannt, sind heute die sogenannten milderen Sorten für den bewussten Raucher eine Alternative zu den normalen, starken Glimmstängeln. Doch was ist dran an diesem vermeintlich gesünderen Ungesunden?

Lungenfachärzte haben in Untersuchungen herausgefunden, dass Raucher dieser nikotinreduzierten Sorten keineswegs gesünder leben. Um ihre Nikotinsucht zu befriedigen, wird oft stärker an den Zigaretten gezogen. Da nun zwar der Nikotingehalt niedriger ist, die Menge der krebserregenden Stoffe und des Teers allerdings mindestens genauso hoch ist, wird von Letzteren mehr als gewöhnlich inhaliert. So kommt unterm Strich eine größere Belastung für den Konsumenten heraus.

Dass früher oder später jeder Raucher mit einer schweren Krankheit rechnen muss, dürfte den wenigsten ein Novum sein. Doch warnen gerade Ärzte auch vor den kurzfristigen Folgen. Jede Zigarette blockiert für rund acht Stunden die Müllabfuhr des Körpers in der Lunge. Der inhalierte Rauch blockiert die Flimmerhärchen, die normalerweise Schmutzpartikel und Erreger abfangen, die dann ausgehustet werden. Durch solche Ansammlungen kann es zu Entzündungen und Reizungen der Atemwege kommen.

Raucht man also morgens, mittags und abends eine Zigarette, so ist die Abwehr genauso lahmgelegt, als wenn man ein oder zwei Päckchen am Tag qualmt.

Hinzu kommt noch, dass die durch den Rauch freigesetzten freien Radikale Vitamine unschädlich machen und so das Immunsystem erheblich schwächen.

Lesen Sie mehr zum Thema Rauchen und Entwöhnung unter http://www.optikur.de/gesundheit/vorsorge/rauchen/

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4regeln_copy.jpgDass Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum und ungesundes Essen das Leben nicht gerade verlängern, sollte allgemein bekannt sein. Doch wie sieht das genau aus? In Großbritannien haben die Forscher um Dr. Kay-Tee Khaw aus Cambridge in einer umfangreichen Studie die genaue Wirkung des Nichtrauchens, mäßigen Trinkens, Obstessens und Sporttreibens untersucht. An der EPIC-Norfolk-Studie (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition) nahmen rund 22.000 Menschen im Alter von 45 bis 79 Jahren teil. Über einen Zeitraum von elf Jahren wurde deren Lebensweise untersucht und es gab jeweils einen Punkt für die vier genannten Gewohnheiten. Dabei sollte man nicht rauchen, weniger als zwei kleine Gläser Wein oder einen halben Liter Bier am Tag trinken, fünf Portionen Obst am Tag essen und jeden Tag eine halbe Stunde aktiv sein.

2.000 Teilnehmer starben während der Studie, etwa 840 an Krebs, rund 670 an Herzinfarkten oder Schlaganfällen. Je weniger Punkte die Teilnehmer hätten, desto größer sei ihr Sterberisiko. Unabhängig seien dabei Alter, BMI, Geschlecht und soziale Klasse. Nach den Berechnungen der Forscher ist die Sterberate bei Nichteinhaltung von zwei der vier Punkte bereits um knapp zwei erhöht, bei völliger Enthaltung der Vorgaben sogar um über vier. Am ausschlagkräftigsten wirke sich dabei das Rauchen aus. Knapp danach komme schon die Ernährung – die Forscher untersuchten dabei den Vitamin C Gehalt im Blut der Probanden.

Und genau hier setzen die Kritiker an. Dass Rauchen das Leben verkürzt, ist nun wirklich nichts Neues. Vom Vitamin C aus dem Blut auf den Konsum von fünf Portionen Obst täglich zu schließen, ist recht weit hergeholt. Ist zum Beispiel in mancher Wurst mehr Vitamin C, als es in Orangen vorhanden ist. Zumal zwei von drei Briten in der Studie ein Obstverzehr in dieser Menge bescheinigt wurde … Beim Thema Bewegung gibt es einen weiteren Kritikpunkt. Die Teilnehmer der Studie waren bei deren Ende zwischen 56 und 90 Jahre alt. Wenn nun ein älterer Mensch beispielsweise an Arthrose leidet, dann ist gut nachvollziehbar, dass er nicht mehr jeden Tag Sport treibt. Hinzu kommt die ständige Medikamenteneinnahme. Allerdings hat das sicherlich recht wenig mit persönlicher Sportablehnung zu tun, sondern eher mit der Behinderung. Und dass solche kranken Menschen nicht so lange leben, wie gesunde, dürfte keine Überraschung sein.

Als Ergebnis könnte man also auch sagen: Raucher sterben früher als Nichtraucher, gesundes Essen ist gesund und Gehbehinderte vertreten sich ungerne die Füße.

Vielleicht wäre am Ende zu erwähnen, dass die Studie von einem Unternehmen finanziert wurde, welches sich mit Prävention und Anti-Aging beschäftigt.

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