Erschreckende Zahlen veranlassen nun die EU zum Einschreiten in die Nahrungsmittelkennzeichnung. Unter den knapp 500 Millionen Einwohnern leiden allein rund 22 Millionen Kinder unter teilweise starkem Übergewicht. Und Jahr für Jahr steigt die Zahl um weitere 350.000. Aber woran liegt das? Und was kann man dagegen tun? Erste Lösungsansätze gibt es bereits in Großbritannien. Dort sind viele Lebensmittel farblich gekennzeichnet, um den Verbrauchern mit Rot, Gelb und Grün zu signalisieren, was wenig, in Maßen und unbedenklich verzehrt werden kann. Nun wird darüber diskutiert, ob diese Vorgabe nicht zu sehr in die Entscheidungsfreiheit eingreift.
EU-Gesundheitskommissar Markos Kyprianou schlug nun vor, auf den Nahrungsmitteln einheitlich zu kennzeichnen, wie viel von den fünf wichtigsten Nährwerten in dem jeweiligen Produkt pro 100 Gramm oder Milliliter enthalten sind. Diese sind Kalorien, Fett, gesättigte Fettsäuren, Zucker und Salz. Es soll nicht das Ziel sein, dem EU-Bürger ein tägliches Menü vorzuschreiben, sondern mittels informeller Aufklärung die Auswahl an gesunden Produkten zu erleichtern. Diese Reglung soll allgemein für alle Lebensmittel gelten, jedoch von den einzelnen Staaten beliebig ausgeweitet werden können.
Im Besonderen wird dabei auf klein portionierte Produkte, wie Joghurt oder Schokoriegel eingegangen. Hier sind die Angaben jeweils pro Portion zu kennzeichnen. Eine Ausnahme bilden alkoholische Getränke. Diese heikle Gruppe wehrt sich gegen die Kennzeichnung. Gerade die Brauereien wollen nicht auf den hohen Zuckergehalt in ihrem Bier hinweisen. Ebenso verhält es sich bei Wein. Da diese Produkte allerdings ohnehin EU weiten Regelungen unterliegen, könnte hier eine Regelung auf ebendieser Ebene folgen.
Mischgetränke wie Alcopops sollen wiederum eine Ausnahme bilden. Da teilweise Fruchtsaft enthalten ist, soll hier eine einheitliche Kennzeichnung erfolgen, um den Mischgetränken keinen Vorzug zu gewähren.
Zusätzlich zu den Nährwertangaben, soll nun auch der Bezug ausländischer Zutaten bei einem Produkt „hergestellt in Deutschland” angegeben werden. Ein Beispiel wäre „made in EU”.
Bis der Vorschlag Gesetz wird, dauert es allerdings noch. Zunächst muss eine Zustimmung vom Parlament und den Mitgliedsstaaten erfolgen. Anschließend haben kleine Unternehmen fünf, große drei Jahre Zeit, um ihre Produkte entsprechend zu kennzeichnen.
Ob diese Lösung eine allgemeine Gewichtsreduktion nach sich zieht, sei dahingestellt. Ob überhaupt darauf geachtet wird, was gesund oder ungesund ist, das ist die andere Frage. Dass die vielen Fast Food Ketten und Tiefkühlpizzen keine ausgewogene und gesunde Kost darstellen, dürfte allerdings jetzt schon bekannt sein.
Durchschnittlich trinkt jeder Deutsche drei bis vier Tassen Kaffee pro Tag. Der Genuss wird jedoch des Öfteren von einem schlechten Gewissen getrübt, denn das belebende Getränk steht unter Verdacht, der Gesundheit zu schaden. Wie verschiedene Studien belegen, gibt es indessen viele gesundheitsfördernde Eigenschaften. Der Schutz vor Herzinfarkten, Gallensteinen und Krebs sind die am häufigsten genannten. Selbst Lebensmittelkritiker sind dem Kaffee wohlgesonnen.
Dem Verwandten der Heidel- und Preiselbeere wird schon seit Längerem eine universelle gesundheitsfördernde Wirkung zugeschrieben. Doch was genau ist und bewirkt diese, hierzulande fast als Exot geltende Frucht?
Früher als Light-Zigaretten bekannt, sind heute die sogenannten milderen Sorten für den bewussten Raucher eine Alternative zu den normalen, starken Glimmstängeln. Doch was ist dran an diesem vermeintlich gesünderen Ungesunden?
Dass Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum und ungesundes Essen das Leben nicht gerade verlängern, sollte allgemein bekannt sein. Doch wie sieht das genau aus? In Großbritannien haben die Forscher um Dr. Kay-Tee Khaw aus Cambridge in einer umfangreichen Studie die genaue Wirkung des Nichtrauchens, mäßigen Trinkens, Obstessens und Sporttreibens untersucht. An der EPIC-Norfolk-Studie (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition) nahmen rund 22.000 Menschen im Alter von 45 bis 79 Jahren teil. Über einen Zeitraum von elf Jahren wurde deren Lebensweise untersucht und es gab jeweils einen Punkt für die vier genannten Gewohnheiten. Dabei sollte man nicht rauchen, weniger als zwei kleine Gläser Wein oder einen halben Liter Bier am Tag trinken, fünf Portionen Obst am Tag essen und jeden Tag eine halbe Stunde aktiv sein.