Thursday 2.September.2010
 

Monatsarchiv für Dezember, 2007

Magenverkleinerung.jpgIn Zeiten einer Vollversorgung wird die Ernährung schnell zum Problem. Nur ein Drittel von dem, was wir essen, benötigen wir zum Leben. An jeder Ecke locken leckere Fast Food Angebote und die Kinder sitzen lieber den ganzen Tag vor dem Computer, als draußen zu spielen. In Deutschland sind zwei Drittel aller Männer zu dick, bei den Frauen etwas weniger. Damit liegen wir auf Platz Eins der dicksten Europäer.

Dabei sind es vor allem die Folgekrankheiten, die den Menschen zu schaffen machen; Arthrose, Atemwegsleiden, Krebs, Diabetes oder Herzinfarkt sind die häufigsten. Meistens helfen bei stark Übergewichtigen übliche Methoden, wie Diät oder Sport, nicht, um dauerhaft und vor allem schnell den akuten Risiken vorzubeugen.

Ab einem BMI von über 35 (Gewicht in kg / (Größe in cm)²) ziehen Mediziner eine Adipositas-OP in Betracht. Zwei unterschiedliche Verfahren mit verschiedener Wirkungsweise, aber gleichen positiven Effekten kommen in Frage. Zum einen das Magenband, mit dessen Hilfe der Magen nicht mehr so viel Nahrung aufnehmen kann. Zum anderen ein Bypass, der den Magen-Darm-Trakt verbindet. Damit wird die Nahrung so schnell weitergeleitet, dass der Körper sie nicht vollständig verwerten kann.

Diese Eingriffe vermögen es neuesten Studien nach, die Sterblichkeitsrate der Betroffenen um 30-40 % zu senken. Grund dafür ist nicht nur der Gewichtsverlust. Durch die Operationen werden vermehrt Hormone im Darm ausgeschüttet, die den Stoffwechsel zusätzlich anregen.

In den letzten fünf Jahren kam es zu einer Verfünffachung der Anzahl solcher Eingriffe in den Industriestaaten. Und ein Ende ist lange nicht abzusehen, auch wenn die andere Seite zwischen Fitness und Wellness ebenso zu Übertreibungen neigt.

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Boreout.jpgDie gängige Vorstellung in Zeiten eines Turbokapitalismus und rasanter Globalisierung lautet: Stress, Überstunden, Konkurrenz, Druck - Burnout. Dieses „Ausbrennen” hat sich mittlerweile als ständiger Begleiter unserer Gesellschaft etabliert. Doch was ist mit der anderen Seite? Was ist, wenn ein Arbeitnehmer nicht in Arbeit ertrinkt, sondern nach ihr dürstet?

Genau das haben die schweizer Unternehmensberater Philippe Rothlin und Peter R. Werder in ihrem neuen Buch „Diagnose Boreout - warum Unterforderung im Job krank macht” untersucht.

Das Gegenteil zum Burnout soll nun also Boreout sein. Ähnlich wie das „Ausbrennen”, verursacht auch das „Auslangweilen” gesundheitsgefährdenden Stress. Wer zu wenig an seinem Arbeitsplatz zu tun hat und sich unterfordert fühlt, der wähnt sich zunächst in einem scheinbaren Paradies. Allerdings ist die Vorstellung vom süßen Nichtstun unangemessen, wenn es sich um den Arbeitsplatz handelt. Ist der Beruf doch eines der wichtigsten Identifikationsmerkmale des Menschen. Wird man nun nicht in Anspruch genommen, ist die Reaktion meist eine Blendung der Missstände. So wird mit sturem Rumtippeln auf der Tastatur oder anderer gespielter Geschäftigkeit ein Zustand der Beschäftigung vorgetäuscht. Einem selbst und auch dem Chef. Nicht zuletzt, weil der Betroffene um den eigenen Arbeitsplatz fürchtet. Dadurch entsteht ein Druck, der psychosomatische Symptome auslöst.

Das Phänomen zieht sich allerdings nicht durch alle Berufsgruppen. Es dürfte beispielsweise einem Dachdecker schwer fallen, das Dachdecken vorzutäuschen.

Burnout und Boreout - oft geht eines mit dem anderen einher. Der völlig überarbeitete Chef reißt die Arbeit förmlich an sich. Dem kleinen Arbeiter bleibt kaum Zeit für ein Gespräch oder neue Aufgaben. Er langweilt sich.

Dabei hat der Arbeitnehmer ein Recht auf Beschäftigung, festgelegt im grundrechtlich garantierten Persönlichkeitsschutz des Arbeitnehmers in Verbindung mit den Grundsätzen des Bürgerlichen Gesetzbuchs.

Die Folgen des Boreouts sind denen des Burnouts ähnlich; Müdigkeit, auch wenn man nichts getan hat, Magenbeschwerden und Verspannungen. Diese Symptome wurden nun beispielsweise auch von einigen Krankenkassen in neue Broschüren aufgenommen, in denen es um Stress geht - und um Langeweile.

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Egal wo - ob im Fernsehen, auf Plakaten oder im Internet. Ständig wird dem Menschen ein Ideal vorgegaukelt, das recht wenig mit der Realität zu tun hat. Da schauen einem auffällig die Schlüsselbeine oder Beckenknochen einiger Models entgegen, obwohl es doch um besonders hübsche Mode gehen soll.

Das Problem besteht darin, dass gerade junge Mädchen, die noch keine ausgeprägte Persönlichkeit besitzen, sich diese „Kultstars” zum Vorbild nehmen. Das Streben danach, ihren Idolen so ähnlich wie möglich zu sein, löst bei vielen ein gestörtes Verhältnis zum Essen aus.

Neueste deutsche Studien vom Robert-Koch-Institut mit über 17.000 jungen Mädchen zeigen: Rund 20 % der elf- bis 17-jährigen zeigen Symptome einer Essstörung. Bei den 17-jährigen sind es sogar 30 %. Von den magersüchtigen Kindern und Jugendlichen sind über 90 % weiblich. Von zehn Betroffenen stirbt eine an ihrer Krankheit.

Als alarmierend bezeichneten auch einige Prominente diese Zahlen. Es sei an der Zeit, die Magersucht als gravierenden Realitätsverlust der Neuzeit zu diagnostizieren. Die Verantwortung liege dabei ebenso bei den Werbechefs und Modelagenturen, wie in der Erziehung.

Erste Lösungsansätze könnten beispielsweise Gesundheitsatteste für Models sein. Auch Foren, in denen dürre Schönheitsideale hoch angepriesen werden, sollen von den Betreibern freiwillig geschlossen werden. Die Ernährung sei bereits in früher Erziehung weder als Belohnung, noch als Bestrafung einzusetzen, damit sich ein natürliches Verhältnis zum Essen möglichst bald in den Köpfen der Kinder festsetzt.

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Paprika.jpgJetzt, da die kalte Jahreszeit angefangen hat, setzen viele Menschen vermehrt auf gesunde und ausgewogene Ernährung zur Stärkung ihrer Abwehrkräfte. Neben den klassischen und weithin bekannten „Vitaminbomben”, halten auch immer mehr interessante Neulinge Einzug in die Speisepläne.

Dazu gehört mit Sicherheit und völlig zu Recht die Paprika, schließlich enthält sie dreimal so viel Vitamin C wie Zitronen und Orangen. Dazu einen Vitamin E Anteil, welcher ungefähr so hoch wie bei einer Avocado ist. So gut wie fettfrei, bewirkt sie Erstaunliches.
Doch wie so oft gibt es bei so viel Positivem auch eine Kehrseite. In einem Test des Stuttgarter Landwirtschaftsministeriums vom Juli 2007 wurden erneut in 93 % der getesteten Paprika Rückstände von Insektiziden der älteren Generation, wie “Methomyl” oder “Oxamyl” nachgewiesen. Die Kontrolleure haben insgesamt 110 Proben von Wochenmärkten, aus dem Großhandel und von Supermärkten untersucht.

Die zulässige Höchstgrenze wurde dabei sogar von rund einem Drittel aller Proben überschritten. Vor allem Paprika aus der Türkei und aus Spanien sind besonders stark belastet. Die Untersuchung zeigte, dass bei türkischen Paprika zwei von drei Proben und bei spanischen immerhin noch jede Dritte beanstandet wurden.

Die Behörden sehen jedoch keine Gesundheitsgefahr. Auch wenn in einigen Fällen die so genannte Akute Referenzdosis ausgeschöpft wurde. Diese bezieht sich auf das Körpergewicht eines Kleinkindes und beschreibt die Menge, die bei einmaligem Verzehr noch als unbedenklich gilt.

Trotzdem forderte das Ministerium den Handel zu verstärkten Eigenkontrollen auf. Die Lebensmittelwirtschaft müsse sicherstellen, dass Schutzvorschriften eingehalten werden. Bei Verstößen könnten Bußgelder verhängt und in schweren Fällen sogar Strafanzeigen bei der Staatsanwaltschaft erstattet werden.

Dass es auch anders geht, zeigten Paprika aus den Niederlanden, Israel, Marokko und Italien, die keine bedenklichen Werte aufwiesen. Um Insektengiften in Obst und Gemüse möglichst komplett aus dem Weg zu gehen, empfiehlt die Umweltschutz-Organisation Greenpeace Waren aus dem Bio-Anbau zu kaufen. Dort wird auf die Verwendung von künstlichen Spritzmitteln bewusst verzichtet und daher sind Rückstände hier eine Ausnahme. Weiterhin wird empfohlen lieber auf saisonale Produkte zurückzugreifen, denn die Pestizidbelastung schwankt je nach Jahreszeit. So haben importierte Früherdbeeren, die von Januar bis Mai angeboten werden, eine höhere Belastung als die im Juni geernteten heimischen Erdbeeren.

Anbei befindet sich eine Liste mit den saisonalen Gemüse- und Obstsorten (zum Vergrößern ins Bild klicken).
BlaueListeThumb.jpg

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Fit.jpgAuch wenn man einige Kilos zu viel mit sich herumträgt, Bewegung schafft einen Ausgleich. So haben Forscher der University of South Carolina in einer Studie mehr als 2.500 Menschen zwölf Jahre lang auf den körperlichen Fettanteil und ihre Aktivitäten hin beobachtet. Festzustellen war, dass sich selbst Menschen mit einem höheren Anteil an Körperfett besserer Gesundheit und eines ausgeglicheneren Lebens erfreuen, als solche, die zwar dünn sind, sich aber kaum bewegen. Obendrein dient regelmäßige Bewegung dazu, das Leben zu verlängern.

Das stellte die Forscher vor ein Rätsel. So hieß es doch lange Zeit, dass durch viel Bewegung und somit erhöhten Sauerstoffverbrauch auch der so genannte oxidative Stress entsteht. Es werden aggressive Stoffe freigesetzt, die nicht nur Zellen und Gewebe schädigen können, sondern auch das Erbgut angreifen. Noch aus Urzeiten löst Stress verschiedene Symptome aus. In einigen Situationen war es damals überlebenswichtig, schnell und kräftig reagieren zu können. Deshalb schalten die Stresshormone beispielsweise das Herz und damit den Blutdruck auf Hochtouren, während sie nebensächliche Körperfunktionen, wie Sexualtrieb und Immunsystem, deaktivierten. Und genau das passiert heute noch bei stressgeprägten Situationen des Alltags. Auf Grund der völlig vernetzten Kommunikationsmöglichkeiten ist man ständig erreichbar und kann kaum noch entspannen. Dieser tägliche Stress führt gerade bei wenig Bewegung zu Mangelerscheinungen und Krankheit, da der Körper nicht entsprechend reagieren kann.

Weil nun genau das bei Menschen mit reger Körperertüchtigung nicht auftrat, war das Resultat der Forschungen: Während der Bewegung schaltet der Körper eine Art Stressschutzschild ein, der nicht nur gegen die genannten Nebenwirkungen, sondern auch gegen alltäglichen Stress ankämpft. Das Immunsystem wird gestärkt, man fühlt sich wacher und auch leistungsfähiger. Dabei spielt es keine Rolle, ob es mehr oder weniger Fett zu bewegen gilt.

Also: Lieber fett und fit als schlank und schlaff.

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